Über 600 „Jagdtrophäen“ nach Deutschland importiert
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Über 600 „Jagdtrophäen“ nach Deutschland importiert

Löwe als Zielscheibe

Die Bundesregierung genehmigte im vergangenen Jahr die Einfuhr von 615 Körperteilen geschützter Tiere. Es handelt sich dabei um „Jagdtrophäen“ von Großwildjägern. Denn noch immer fahren Menschen in andere Länder, um Tiere zu erschießen. Teils handelt es sich um Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind. Im letzten Jahr wurden zum Beispiel Teile von Löwen, Flusspferden, Elefanten und Bären nach Deutschland importiert.

Löwe

Wie ist das überhaupt möglich?

Gute Frage! Viele Menschen glauben, geschützte Tiere dürften nicht gejagt werden. Das ist leider falsch. Es gibt lediglich bestimmte Regeln, die beispielsweise festlegen, wo gejagt werden darf oder dass die „Trophäen“ für den Privatbesitz bestimmt sein müssen. Auch für Museen und die Wissenschaft ist eine solche Jagd möglich.

Wer also ein Wildtier im Ausland erschossen hat, benötigt nur die richtigen Papiere. Dabei ist seit langem bekannt, dass an dieser Stelle viel Unfug betrieben wird. Dokumente werden teils gefälscht und oft ist es unmöglich, Körperteile aus der legalen Jagd von illegalen Trophäen zu unterscheiden. Doch selbst wenn alles mit rechten Dingen zuginge, wäre den Tieren nicht geholfen: Eine Studie zur Löwenjagd in Tansania ergab, dass die legale Trophäenjagd Hauptverursacher für den Rückgang der Population ist.   

Grausame Jagdpraktiken

Viele Tiere sterben einen langsamen und grausamen Tod, weil sie verletzt werden und um ihr Leben kämpfen müssen. Auch die Jagd mit Pfeil und Bogen oder einer Armbrust – in Deutschland verboten – ist in vielen Ländern gang und gäbe. In Südafrika beispielsweise werden tausende Löwen gezüchtet, nur um gejagt zu werden. Dabei handelt es sich um die sogenannte Gatterjagd: Man sperrt die Tiere in ein Gehege, um sie den Jägerinnen und Jägern auf dem Silbertablett zu präsentieren. Auch deutsche Zoos sollen in dieses Geschäft verwickelt sein.

Trophäenjagd stoppen!

Genau wie die rund fünf Millionen heimischen Tiere, werden auch Wildtiere aus reiner Mordlust umgebracht. Dabei ist es nach dem deutschen Tierschutzgesetz verboten, ein Tier „ohne vernünftigen Grund“ zu töten. Die Trophäenjagd verursacht nicht nur individuellen Tieren unsägliches Leid – sie trägt auch maßgeblich zur Vernichtung ganzer Tierarten bei. Und die Unsummen, die für die Jagd bezahlt werden, landen nicht bei der einheimischen Bevölkerung oder den Nationalsparks – es profitieren fast ausschließlich die Jagdfarmen und Reiseanbieter. Bitte fordert das Bundesamt für Naturschutz auf, keine Genehmigungen für Jagdtrophäen mehr auszustellen. Solltet ihr in Ländern Urlaub machen, in denen man z.B. Löwenbabys auf Farmen streicheln kann, haltet euch fern. Oft landen genau diese Tiere im Jagdgehege, wenn sie nicht mehr süß genug sind.

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Nadja Kutscher

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