Jagd

Luxemburg verbietet Fuchsjagd

Laut Medienberichten hat die Regierung des Großherzogtums Luxemburg die Jagd auf Füchse untersagt. Ab April 2015 sollen ein Jahr lang keine Füchse mehr geschossen werden. Der luxemburgische Jagdverband FSHCL und die Landwirtschaftskammer hatten zuvor mit fadenscheinigen Argumenten heftig dagegen protestiert. Da die Fakten eine völlig andere Sprache sprechen, hat sich die Regierung Luxemburgs von den Stammtischparolen und Schauermärchen der Jäger nicht beeindrucken lassen und das Vorhaben durchgesetzt.

Doch nur Jägerlatein?

Die Hobbyjäger beanspruchen die Tötung der Waldbewohner ganz für sich allein und schalten mit dem Fuchs ihren Hauptkonkurrenten aus. Denn jährlich werden in Deutschland etwa 300.000 Feldhasen von Jägern erschossen und sogar mehrere tausend der immer seltener werdenden Rebhühner. Hase, Rebhuhn & Co. werden also vor dem Fuchs „geschützt“, damit die Jäger die Tiere selbst erschießen können.

Angst vor dem Fuchs wird absichtlich geschürt

Auch die ständige Verunglimpfung des Fuchses als Tollwut- oder Fuchsbandwurmträger entbehrt jeder Grundlage und dient nur der Rechtfertigung des grausamen Tötens: Laut Professor Klaus Brehm, Biologe am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg, ist eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto – die Infektion zählt zu den seltensten Parasitosen Europas. Dank dem Einsatz von Impfködern gilt die Tollwut in Deutschland seit 2008 offiziell als ausgemerzt, der letzte Tollwutfall bei einem Fuchs wurde in Deutschland 2006 festgestellt.

Die Jagd bedingt ein Anwachsen der Fuchspopulation

Im Familienverband eines Fuchsrudels bekommt nur die älteste Füchsin Jungtiere. Werden diese Verbände regelmäßig auseinandergeschossen, zerbricht die Sozialstruktur. Die Rüden haben kaum noch feste Reviere mit fester Paarbindung. Sie ziehen umher und begatten jede läufige Fähe, die ihren Weg kreuzt. So bedingt die Jagd nicht nur einen Anstieg der Geburtenrate, sondern auch die Verbreitung von Krankheiten.

In Deutschland geht das sinnlose Töten weiter OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa eine halbe Million Füchse von Jägern getötet. Da die getöteten Tiere für gewöhnlich nicht verwertet werden und auch aus wildbiologischer oder gesundheitlicher Sicht kein Grund für ihre Bejagung besteht, verstößt die massenhafte Tötung der Tiere gegen das Tierschutzgesetzes. Bei der erst kürzlich abgeschlossenen Novellierung des Landesjagdgesetzes in Baden-Württemberg fand dies allerdings keine Berücksichtigung. Auch im derzeitigen Novellierungsprozess in Nordrhein-Westfalen ist ein Verbot der Fuchsjagd in dem Entwurf des neuen Ökologischen Jagdgesetzes NRW (ÖJG) nicht vorgesehen. Die kleine, aber in Politik, Behörden und Wirtschaft bestens vernetzte Lobby der Jägerschaft, schafft es in Deutschland leider immer wieder sich durchzusetzen.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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