Jagd

Jäger geben zu: Jagd kann Wildschweine nicht regulieren

In der – in Jägerkreisen – beliebten Jagdzeitschrift Wild & Hund (Ausgabe 9/2014) geben die Waidmänner jetzt zu: „Wir können die Sauen mit jagdlichen Mitteln offenbar nicht mehr nachhaltig regulieren.“

Auch die Jägerschaft kann der erdrückenden Beweislage nicht länger standhalten: Die Wildschweinpopulation steigt rasanter als je zuvor, obwohl die Bestände jedes Jahr durch das blutige Gemetzel drastisch dezimiert werden. Während Ende der 80er Jahre in ganz Europa 550.000 Schwarzkittel getötet wurden, fallen aktuell allein in Deutschland 600.000 Tiere den schießwütigen Jägern zum Opfer.

Ohne die Jagd gäbe es deutlich weniger Wildscheine in Deutschland.

Die rasante Vermehrung der Wildschweine ist paradoxerweise vor allem auf die starke Bejagung zurückzuführen. Eine französische Studie belegt, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der Bachen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. Diesen Fakten fügen sich nun auch die Waidmänner und räumen ein: Insgesamt haben alle Bemühungen der vergangenen Jahre keinen Erfolg gebracht. Die Sauen vermehren sich unaufhaltsam weiter.“ Namhafte Wissenschaftler wie Prof. Dr. Reichholf beschreiben die Jagd als „Erhaltung hoher Bestandsproduktivität“. Auch die anderen Aktivitäten der Jäger haben den Erhalt hoher Wildbestände zum Ziel. Wie beispielsweise die Fütterungen um Nahrungsengpässe zu überbrücken, oder Tiere anzulocken. Schließlich sollen die Waidmänner bei ihrem nächsten Feldzug voll auf ihre Kosten kommen.

Die Natur würde sich selbst regulieren, wenn man sie ließe. Die Bestände von waldbewohnenden Tierpopulationen haben sich selbst zu Zeiten von Wolf und Bär hauptsächlich durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten reguliert, so Prof. Dr. Reichholf. Die (oftmals sehr qualvolle) Tötung der Wildtiere durch die Jagd ist nicht nur unnötig, sondern auch kontraproduktiv. Den Jägern geht es vor allem um die Lust am Töten und das damit verbundene Machtgefühl, im Rahmen der gesellschaftlichen Zugehörigkeit und Trophäenkultur.

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PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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