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Erfolg: Geldstrafe für Produzenten von Call of the Wildman

waschbaer Call of the Wildman

An der Reality-TV Doku Call of the Wildman auf dem Kabelsender Animal Planet war vor allem eines real: Tierleid. Jetzt verhängte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) eine Geldstrafe gegen einen Produzenten der Serie, weil Tiere in einigen Szenen Leiden zugefügt und auch ohne die nötige Lizenz dargestellt wurden. Im Jahr 2014 begann das US-Ministerium zu der Serie zu ermitteln, nachdem PETA USA Beschwerde eingereicht und das US-Magazin Mother Jones einen vernichtenden Untersuchungsbericht veröffentlicht hatte.

Mehrere Fälle von Tierquälerei

Der Star der Serie, Ernie Brown Jr. – auch bekannt als „Schildkrötenmann“ – besuchte beispielsweise in einer Folge einen Laden in Kentucky, um einen Weißwedelhirsch einzufangen, der in dem Laden „festsaß“. Immer wieder sah man, wie Brown und mehrere andere Männer schrien und das sichtlich gestresste Tier durch den Laden jagten. Der Hirsch rannte gegen die Regale, rutschte aus, fiel hin und wurde zu Boden gedrückt. Das USDA war der Ansicht, die dargestellte Szene habe den Hirsch unnötigem Stress und Unbehagen ausgesetzt.

In einer anderen Folge sah man den Schildkrötenmann Fledermäuse von Hand und in einem hell beleuchteten Friseursalon in Houston einfangen. Animal Planet räumte später ein, die Fledermäuse seien gezielt in dem Salon ausgesetzt worden, damit die Szenen gefilmt werden konnten. In einer Folge quälte er einen Kojoten, indem er ihn am Schwanz zog und hochhob. In einer anderen warf er ein unter Medikamenteneinfluss gesetztes Zebra gewaltsam zu Boden (PETA USA sorgte dafür, dass der Tieraussteller belangt wurde). Außerdem sah man in einer Serie, wie er einen Waschbären gewaltsam überwältigte oder auch ein Stachelschwein in einen Mülleimer steckte.

Keine abschreckende Strafe

Zwar musste der Produzent eine Strafe zahlen, doch der Fall macht deutlich, dass das USDA nicht in der Lage ist, Tiermissbrauch zu verhindern. Nach einer über drei Jahre hingezogenen Ermittlung wurde der Fall für läppische 1.400 Dollar zum Abschluss gebracht – obwohl dem Produzenten bis zu 100.000 Dollar Strafe für diese Verstöße gedroht hatten. Das behördeninterne Büro des Generalinspekteurs hat bereits mehrere vernichtende Prüfberichte herausgegeben, in denen zu lesen war, die Strafen des USDA seien „oftmals so niedrig, dass die Gesetzesübertreter sie als Betriebskosten ansehen“.

Serie wurde eingestellt

Zumindest einer der Serienproduzenten wurde jetzt also für das verursachte Tierleid zur Verantwortung gezogen – und die trashige Serie glücklicherweise eingestellt. Lasst euch nicht von fadenscheinigen „No Animals Were Harmed“-Aussagen täuschen. Ganz egal, von welchem Blickwinkel aus man es betrachtet: Tiere sind keine Requisiten. Bitte unterstützt keine Serien oder Filme, für die echte Tiere in Gefangenschaft leiden müssen.

Was du tun kannst

Tierquälereien für TV- und Filmproduktionen sind leider kein Einzelfall. Wenn du Tiermisshandlungen in Filmen und Dokumentationen siehst, beschwer dich bitte beim Sender.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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