Schlagzeilen Unterhaltung

Geißbock Hennes: Warum wir dem 1. FC Köln die „Rote Karte“ gezeigt haben

Sonntag, 24. Spieltag in der 1. Fußball-Bundesliga: Es steht 4:2 für den 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt. Beim überschwänglichen Torjubel packte der Kölner Spieler Anthony Ujah plötzlich den erschrockenen Geißbock Hennes VIII. an den Hörnern und riss ihn ein paar Meter daran herum (Video).

Daraufhin haben wir den Sportdirektor vom 1. FC Köln, Jörg Schmadtke, in einem Schreiben gebeten, Hennes künftig nicht mehr ins Stadion zu bringen. Anthony Ujah hatte sicherlich nichts Böses im Sinn, aber es wäre eine schöne Geste, wenn er als kleine Wiedergutmachung ein paar Stunden in einem Kölner Tierheim mithelfen könnte, um ein Zeichen für den Tierschutz zu setzen, so unser Vorschlag.

Übertrieben?
Wir denken nicht. Es geht uns auch weniger um das Hörnerreißen an sich, sondern wir haben den Vorfall zum Anlass genommen, darauf aufmerksam zu machen, dass Tiere nicht zu unserer Unterhaltung da sind. Das Müngersdorfer Stadion besuchten 50.000 Menschen freiwillig, nur ein Lebewesen hat man gegen seinen Willen dorthin verfrachtet: Hennes. Menschenmassen, Lärm und fremde Umgebungen verursachen Stress bei einem Geißbock – deshalb haben Tiere nichts in einem vollbesetzten, emotional aufgeheizten Stadion zu suchen.

Was würde Hennes wählen? So oder Müngersdorfer Stadion?
Was würde Hennes wählen? So oder Müngersdorfer Stadion?

Was will Hennes eigentlich?
Schon im März 2014 versuchte Hennes in der Halbzeitpause beim Zweitligaspiel gegen den VfR Aalen zu entkommen. Er wurde von Betreuern und Ordnern unsanft wieder eingefangen (Video). Er will nicht an die Leine, er will frei herumlaufen – das sieht man deutlich. Die fehlende Möglichkeit, sich bedrohlichen oder unbehaglichen Situationen zu entziehen, bedeutet Stress und Leiden für das Tier.

Ziegen sind neugierige und intelligente Herdentiere, die mit Freude klettern und sich vor allem unter Artgenossen wohlfühlen. Männliche Tiere bilden gerne Junggesellengruppen.

Uns ist wichtig, dass sich immer mehr Menschen Gedanken darüber machen, wie unsere Gesellschaft mit den Tieren umgeht. Hennes ist einfach ein prominentes Beispiel dafür, dass wir noch nicht genug Rücksicht auf die Bedürfnisse der Tiere nehmen.

 

PS: Weitere Schritte – außer unserem Appell – haben wir in dieser Sache nicht unternommen und werden wir auch nicht, da wir unser wichtigstes Ziel – die lebhafte Diskussion – erreicht haben.

 

 

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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