Unterhaltung

Filmtipp: Gods in Shackles – Elefanten aus dem Wald in Ketten gelegt

© Courtesy of Sangita Iyer, Gods in Shackles

Sangita Iyer wurde eingeschüchtert, verfolgt und mit dem Tod bedroht. Noch immer fürchtet sie um ihr Leben, weil sie sich einer finanzkräftigen Industrie gegenübersieht, die ihre Geheimnisse um jeden Preis wahren will. Doch Sangita Iyers Geschichte muss bekannt werden.

Ihre Dokumentation Gods in Shackles ist so eindrucksvoll, dass sie für Elefanten das werden könnte, was Blackfish für Orcas war – aber nur, wenn genügend Menschen sie sehen. Hier der Trailer:

Mit Hilfe von PETA India reiste Iyer in ihre Heimat Kerala in Indien. Sie wollte herausfinden, über welche Wege Elefanten von ihrem Lebensraum im Wald zu Zeremonien und Touristenfallen gelangen. Man entreißt die Tiere ihren Familien, wenn sie noch Babys sind. Dann werden sie isoliert und wieder und wieder verprügelt, um so ihren Willen zu brechen. Die Elefanten sind so unterernährt, vernachlässigt und werden so stark misshandelt, dass ihr Körper völlig ausgezehrt ist. Oft können sie ihren Rüssel nicht mehr bewegen oder erblinden. Fast alle haben offene Wunden an den Beinen und von den schweren Ketten verursachte wunde Stellen.

Und wer jetzt denkt: „Das passiert in Indien und hat nichts mit uns zu tun“ – weit gefehlt. Wir finanzieren diese Tierquälerei. Die Elefantenindustrie zieht Urlauber aus der ganzen Welt an. Und auch für unsere Zirkusse, Zoos und zum Elefantenreiten in unseren Ländern wurden diese majestätischen Tiere eingefangen und an die Industrie verkauft. Dann werden sie gezwungen, die nächste Generation Elefanten zu „produzieren“. Große Tiere bedeuten großes Geld.

Und wie auch im Fall von Orcas, beraubt man diese Tiere jeder grundlegenden Freiheit.

© Courtesy of Sangita Iyer, Gods in Shackles
© Courtesy of Sangita Iyer, Gods in Shackles

Iyer zeigt in ihrem Film die Geschichte von Sunder – einem Elefanten, der in einem indischen Tempel arbeiten musste. Er wurde angekettet und ständig geschlagen. PETA India brachte Sunders Fall mit einer bahnbrechenden Kampagne bis vor das höchste indische Gericht. Hunderttausende Unterstützter aus der ganzen Welt setzten sich für Sunder ein, u.a. Paul McCartney und Pamela Anderson. Schließlich konnte Sunder an eine Auffangstation überstellt werden, wo er sich erholte und jetzt richtig aufblüht.

Iyer hofft, dass Gods in Shackles noch mehr leidende Elefanten befreien kann. Doch die Maschinerie, gegen die sie ankämpft, hat die Macht und die Mittel, sie ruhigzustellen. Die Behörden in Kerala haben es sogar geschafft, Tierärzte des Animal Welfare Board of India von ihrer Arbeit abzuhalten: Sie sollten Elefanten auf dem größten Elefantenfest des Landes untersuchen. Damit wurde die Anordnung eines hohen Gerichts schlichtweg missachtet.

Ihr könnt etwas bewegen.

Gods in Shackles läuft demnächst in ausgewählten Kinos in den USA an. Später sicherlich auch in Deutschland. Sollten Freunde von euch einen Zoo oder Zirkus besuchen oder auf einem Elefanten reiten wollen, dann sagt ihnen, welche Qualen diese Tiere durchleiden müssen. Wir können es schaffen, dass die Welt keine Elefanten in Gefangenschaft mehr sehen möchte – und das müssen wir auch!

 

 

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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