Greatest Showman: Tierquälerei und Rassismus bleiben unerwähnt
Film Zirkus

Greatest Showman: Tierquälerei und Rassismus bleiben unerwähnt

Greatest-Showman

Das biographische Musical-Drama Greatest Showman erzählt die verherrlichte Geschichte des Gründers des Barnum & Bailey Circus, P.T. Barnum (gespielt von Hugh Jackman). Doch einige schmutzige Fakten lässt der Film einfach aus. Im Grunde ist ein Film über einen Mann, für den über ein Jahrhundert lang Tiere gefangen, geschlagen und unter widrigsten Bedingungen gehalten wurden, schon geschmacklos genug. Doch in diesem Fall kommt hinzu, dass kritische Informationen ausgelassen werden und eine Person, die unzählige Lebewesen ausgebeutet hat, komplett romantisiert wird. Nicht nur, dass für diesen Mann Tiere eingesperrt und mittels Angst und Schmerzen trainiert wurden; er beutete auch Afroamerikaner sowie Menschen mit Behinderung aus.

Zwar freut uns sehr, dass für den Film keine echten Tiere missbraucht wurden, sondern Computeranimation zum Einsatz kam. Dennoch romantisiert der Film eine Person, die wieder und wieder Lebewesen auf grausamste Weise ausgebeutet hat.

Barnum kann als Begründer der Tierquälerei in amerikanischen Zirkussen betrachtet werden.

Er mietete ein Schiff, um Elefanten ihrem Zuhause und ihren Familien in Sri Lanka zu entreißen. Neun Elefanten – darunter ein Kalb – mussten vier lange Monate im Frachtraum des Schiffes ausharren. Sie hatten dort weder frische Luft noch die Möglichkeit, sich zu bewegen. Berichten zufolge starb ein Elefant an Bord.

Barnum_Courier,_1883
Barnum Courier 1883

Im Umgang mit den Elefanten nutzte sein Zirkus eine grauenvolle „Brennmethode“. Dabei wurde den Tieren ein heißer Stab in den Rüssel gesteckt. Außerdem war Barnum dafür berühmt, die Tiere vor Schmerzen schreien zu lassen, wenn er sie mit dem Elefantenhaken traktierte. Dieses „Hilfsmittel“ mit der scharfen Metallspitze wird auch heute noch eingesetzt, um Tiere zu misshandeln.

Irgendwie kam Barnum sogar an zwei lebende Belugawale und sperrte sie in Wasserbecken im Keller seines New Yorker Museums. Kein Wunder, dass beide nach nur zwei Tagen tot waren.

Auch Menschen wurden von Barnum gnadenlos ausgebeutet.

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Barnum
J. Booth & Son, 147 Fulton St NY

Barnum kaufte beispielsweise Joice Heth, eine afroamerikanische Frau mit einer Behinderung. Sie wurde als die angeblich 161-jährige Pflegerin von George Washington ausgestellt (ja, wirklich). Barnum soll Heth für 1.000 $ gekauft und durch sie problemlos 1.500 $ pro Woche verdient haben. Als sie starb, kündigte Barnum eine öffentliche Autopsie an. Rund 1.500 Menschen zahlten je 50 Cents, um einem Chirurgen dabei zuzusehen, wie er sie sezierte. Dabei stellte sich heraus, dass sie nicht älter als 80 Jahre war.

Zu Barnums Ausstellung gehörte auch ein Mensch mit Mikrozephalie (einer Schädelfehlbildung mit verkleinertem Kopf). Er wurde in einen Käfig gesperrt und als „die Verbindung zwischen Mensch und Affe“ und mit der Frage „Was ist es?“ angepriesen. Auch siamesische Zwillinge, Albinos oder Kleinwüchsige wurden als menschliche Abnormitäten präsentiert.

Der Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus hat nach so vielen Jahren des Tier- und Menschenmissbrauchs seine Tore endlich geschlossen. Doch all dies wurde von P.T. Barnum erst möglich gemacht.

Helft uns, dem Tiermissbrauch im Zirkus ein Ende zu setzen.

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Über den Autor

Yvonne

Yvonne ist Fachreferentin für Tiere in Zoo und Zirkus bei PETA Deutschland. Sie ist promovierte Biologin und hat sich in ihrer Dissertation mit der Persönlichkeit von Tieren beschäftigt.

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