ERFOLG: Shutterstock verbietet unnatürliche Primaten-Aufnahmen
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ERFOLG: Shutterstock verbietet unnatürliche Primaten-Aufnahmen

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Wenn Affen oder Menschenaffen in Fotoshootings oder anderen Formen der Unterhaltung eingesetzt werden, sind sie normalerweise noch sehr jung. Man verwehrt ihnen alles, was so natürlich und wichtig für sie wäre, unter anderem den Kontakt zu ihren Müttern. Bilder solcher Tiere in einer künstlichen Umgebung können Artenschutzbemühungen untergraben und die Nachfrage nach diesen Wildtieren als „Haustiere“ steigern. All diese Dinge hat PETA USA mit Shutterstock besprochen – der größten auf Abonnements basierenden Bildagentur weltweit. Daraufhin traf das Unternehmen die Entscheidung, alle Fotos und Videos dieser Tierarten in unnatürlichen Situationen zu entfernen und für die Zukunft zu verbieten. Das betrifft sowohl die unternehmenseigene Sammlung als auch die seiner Tochtergesellschaft Bigstock.

  • Shutterstock wird keine Bilder oder Videos mehr zulassen, auf denen Affen oder Menschenaffen in folgenden Situationen zu sehen sind:
  • Das Tier trägt Kleidung oder Accessoires, z.B. einen Hut oder eine Sonnenbrille
  • Die Aufnahmen wurden in einem Studio oder anderem menschlichen Umfeld gemacht, z.B. in einem Büro oder Zirkus
  • Die Szene zeigt antrainierte oder unnatürliche Verhaltensweisen, z.B. Tanzen oder andere Auftritte
  • In unnatürlichen Interaktionen mit Menschen, z.B. an der Hand halten oder gehalten werden 

Ebenso untersagt sind künftig Bilder von Menschenaffen oder Affen aus freier Wildbahn, die digital so bearbeitet wurden, dass sie eine der oben aufgeführten unnatürlichen Situationen zu zeigen scheinen. Bilder der Tiere in Zoos oder freilebend in einem natürlichen Lebensraum oder in asiatischen Städten (z.B. Makaken in einem Tempel) werden nach wie vor erlaubt sein.

Diese Entscheidung reflektiert, wie sich die Standards der Industrie wandeln. Sie zeigt auch den Umbruch der öffentlichen Meinung: Konsumentinnen und Konsumenten sind sich mehr denn je des Leids bewusst, dem Wildtiere ausgesetzt sind, wenn sie zur menschlichen Unterhaltung ausgebeutet werden. Die überwiegende Mehrheit der Werbeagenturen – z.B. BBDO, McCann, J. Walter Thompson, Droga5, Grey Group und DDB – hat bereits versprochen, für ihre Anzeigenkampagnen keine Menschenaffen mehr zu nutzen.

Wusstet ihr, dass das von Schimpansen auf Postkarten oft gezeigte „Grinsen“ in Wahrheit eine sogenannte „Angstgrimasse“ ist? Und dass körperlicher Missbrauch im Training vor der eigentlichen Produktion Standard ist? Für solche Aufnahmen ausgebeutete Schimpansen oder Orang-Utans werden ihren Müttern normalerweise schon kurz nach der Geburt weggenommen. Das hinterlässt bei Mutter und Jungtier ein psychologisches Trauma. Erreichen die Tiere die Pubertät und werden somit zu stark, um sie noch dominieren zu können, schieben ihre Trainer/-innen sie häufig in minderwertige Einrichtungen ab, wo sie teils jahrzehntelang alleine unter miserablen Bedingungen dahinsiechen.

Danke, Shutterstock!

Mit dem Verbot unnatürlicher Aufnahmen von Affen und Menschenaffen – auch Darstellungen als „Schauspieler“ – hat Shutterstock unglaublich viel für nichtmenschliche Primaten erreicht. Und zwar sowohl für Tiere in freier Wildbahn als auch für solche in Gefangenschaft. Werbeagenturen und Film- und Fernsehproduzent/-innen haben sich bereits von solch tierquälerischen Aufnahmen distanziert. Wir hoffen, andere Bildagenturen werden nun Shutterstocks Beispiel folgen.

Werdet jetzt aktiv!

  • Bitte unterstützt keine Einrichtungen wie Zoos oder Zirkusse, die Wildtiere aus kommerziellen Gründen in Gefangenschaft halten
  • Bitte klärt Freunde und Bekannte auf, dass Wildtiere in Gefangenschaft keine Foto- oder Selfie-Requisiten sind

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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