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Erfolg: Schwabenpark gibt Schimpansen- und Papageienshow auf

Affe auf Fahrrad im Schwabenpark

Immer mehr Unterhaltungsunternehmen schaffen derzeit ihre Tierdressuren ab – jetzt auch der Schwabenpark aus Baden-Württemberg. Die oft von uns kritisierte Show, in der Schimpansen menschliche Kleidung tragen und artwidrige Dressurtricks ausführen mussten, wurde endlich beendet. Auch die letzte noch bestehende Tiershow mit Papageien soll nach Auskunft des Parksprechers zu einem späteren Zeitpunkt beendet werden.

Wir von PETA begrüßen die Entscheidung des Vergnügungsparks, auf ein zukunftsfähiges Konzept zu setzen. Ab Juli wird eine tolle tierfreie Show die Kinder erfreuen. Der Vergnügungspark will zudem die Anzahl der rund 40 im Park lebenden Schimpansen verringern – für die Vermittlung der Tiere in Auffangstationen wie AAP haben wir unsere Unterstützung angeboten.

Gutachten zeigte erheblichen Handlungsbedarf auf

Wir hatten uns 2012 an einem Dialog mit der Betreiberfamilie, Behörden und Politik beteiligt, um die Situation der Tiere zu verbessern. Einem Gutachten zufolge, das seinerzeit von der baden-württembergischen Landestierschutzbeauftragten in Auftrag gegeben wurde, sollte die Schimpansenshow spätestens innerhalb der nächsten 10 Jahre auslaufen. Außerdem wurde der Tierpark aufgefordert, die Haltungsbedingungen für die Menschenaffen deutlich zu verbessern.

Schwabenpark
Abbau des Schimpansentheaters © Schwabenpark

Jane Goodall: Schimpansen in Shows oder TV ist Tierquälerei

Die Schimpansenforscherin Dr. Jane Goodall spricht sich generell gegen den Einsatz von Schimpansen in der Unterhaltungsbranche aus. 2015 betonte sie in einer Stellungnahme, dass die Tiere in der Regel als Babys von ihren Müttern getrennt werden und das Training normalerweise körperliche Bestrafung umfasst, damit sich die Affen dem Trainer unterwerfen. Als erwachsene Schimpansen weisen die ehemaligen „Showtiere“ meist ein gestörtes Sozialverhalten auf. In Zoos sind sie daher nur selten willkommen, weil sie nicht zusammen mit den dortigen Artgenossen gehalten werden können.

Affe Schwabenpark Telefon

Affenshows desaströs für den Artenschutz

Die Darstellung von Menschenaffen in der Unterhaltungsindustrie wirkt sich auch negativ auf den Tier- und Artenschutz aus. In verschiedenen Testreihen haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Menschen ein weitaus geringeres Verständnis für den Schutz bedrohter Schimpansen haben, wenn ihnen zuvor Abbildungen gezeigt wurden, auf denen Schimpansen „vermenschlicht“ oder zusammen mit Menschen dargestellt sind. Die Testpersonen gingen anschließend überwiegend davon aus, dass Menschenaffen in freier Natur nicht bedroht sind und sogar als „Haustier“ gehalten werden können. Der Hauptautor der Studie, Steve Ross, sagt zusammenfassend, dass die falsche und unseriöse Darstellung bedrohter Menschenaffen in der Unterhaltungsindustrie dem Schutz der Tiere in freier Wildbahn sowie dem Tierschutz entgegenwirkt.

Weltweiter Trend

Vor wenigen Tagen gab der größte Zirkus der Welt, Ringling Bros. aus den USA, aufgrund von schwindendem Besucherinteresse nach 146 Jahren seine letzte Vorstellung. Bis zuletzt wurden dort Löwen und Tiger mit der Peitsche durch die Manege getrieben. Der berühmte Circus Roncalli gab im April 2017 bekannt, seine letzte Tierdressur im kommenden Jahr zu beenden und künftig ein tierfreies Showprogramm zu präsentieren. Wer noch immer auf Tierdressuren setzt, wird wirtschaftlich kaum überlebensfähig bleiben.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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