Unterhaltung Zoo

EHEC: Tödliche Gefahr für Kinder im Streichelzoo

Kleinkinder mit Nierenversagen. Einjährige müssen an die Dialyse und bekommen Transfusionen. Eltern beerdigen ihr Kind. All diese Tragödien haben ein und denselben Ursprung: Streichelzoos. Ja, ihr habt richtig gehört, STREICHELZOOS!

Die Risiken eines Streichelzoos sollten niemals unterschätzt werden – das können die Eltern von Colton Guay bestätigen. Colton erkrankte nur wenige Tage nach dem Besuch eines Streichelzoos in Maine (USA) am hämolytisch-urämischen Syndrom (Auslöser: E.coli / EHEC) und verstarb. Der 21 Monate alte Junge war jedoch nicht das erste Kind, das nach dem Besuch einer solchen Veranstaltung starb: Hunderte Kinder erkrankten an ernstzunehmenden, teils lebensverändernden, Krankheiten. Viele mussten gegen ein Nierenversagen ankämpfen, so z.B. ein Mädchen, bei dem eine Transplantation nötig war. Auch die 4-jährige Anna aus München erkrankte Ende letzten Jahres nach einem Besuch in einem Streichelzoo an „EHEC

An E. coli zu erkranken ist nicht, als hätte man sich ein wenig den Magen verdorben. Zu den Symptomen gehören blutiger Durchfall, Bauchkrämpfe, Erbrechen und Fieber.

Streichelzoos: Schlecht für Mensch und Tier
Streichelzoos: Schlecht für Mensch und Tier

Genau wie Kinder haben sich auch Erwachsene mit E. coli angesteckt, nachdem sie in Streichelzoos mit Tieren in Kontakt gekommen waren oder auch nur Dinge in der unmittelbaren Umgebung der Gehege angefasst hatten. Die Bakterien fanden sich in diesen Fällen auf Geländern und Tribünen und sogar in Sägespänen. Wenn Kleinkinder die Erreger an den Fingern haben, können sie sie auf ihre Schnabeltassen und Schnuller übertragen oder sie direkt über das Daumenlutschen aufnehmen. Auch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) warnt:

„Das Fell von Tieren, insbesondere von Rindern, Schafen, Ziegen ist häufig mit Kot verunreinigt. Durch Berühren und Streicheln der Tiere können dann EHEC-Bakterien auf die Hände und von dort direkt oder über Lebensmittel in den Mund gelangen. […] Kinder beim Umgang mit Tieren (z. B. auf dem Bauernhof oder im Streichelzoo) beaufsichtigen, um zu verhindern, dass die Kinder dabei Finger in den Mund nehmen oder gleichzeitig essen.“

..vergessen wir nicht die anderen Opfer von Streichelzoos:
Die Tiere, die den ganzen Tag lang mit Menschenmengen interagieren müssen und darunter leiden. Die Inhaber von Streichelzoos sind so auf die Unterhaltung ihres Geschäfts (und den Profit) fokussiert, dass sie oftmals die grundlegendsten Bedürfnisse ihrer Tiere vernachlässigen, wie Nahrung, Wasser oder tierärztliche Versorgung.

Was ihr tun könnt:

Zum Wohl der Tiere und eurer Kinder: Macht einen großen Bogen um Streichelzoos.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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