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Der traurige Tod von Japans ältestem Elefant

Elefantenschmuggel

Ihr Name bedeutete soviel wie „Blumenkind“. Dieses Blumenkind ist nun endlich frei.

Hanako war die älteste Elefantendame Japans. Vor wenigen Tagen starb sie mit 69 Jahren, nachdem sie fast ihr gesamtes Leben in Einzelhaltung verbracht hatte.

Den Großteil ihres Lebens verbrachte sie unter völlig unzureichenden Bedingungen im Inokashira Park Zoo in Tokio. Einer Zoobesucherin zufolge lebte Hanako ganz alleine in einem kleinen, kahlen Betongehege, ohne jegliche Ausstattung oder Anregungen. Sie stand einfach nur so da, beinahe leblos, wie eine Figur.

Hanako ist ein weiteres Beispiel, dass ein hohes Lebensalter kein Beweis dafür ist, dass es einem Tier in Gefangenschaft gut geht. Die meisten Elefanten in Zoos sterben üblicherweise allerdings auch schon viel früher als ihre Artgenossen in Freiheit, einer Studie über Afrikanische Elefanten zufolge werden sie im Zoo nicht mal halb so alt wie in der Natur.

Hanako war ihr Leben lang wie ein Gegenstand behandelt worden. Nach dem zweiten Weltkrieg schickte sie die thailändische Regierung als Geschenk nach Japan. Damals war sie erst zwei Jahre alt. Ihre Gefangenschaft füllte viele Jahre lang die Taschen ihrer Gefängniswärter. Ein Tierpfleger des Zoos fand sie auf dem Boden ihres Gefängnisses liegend. Sie konnte nicht mehr aufstehen und wurde kurz darauf für tot erklärt.

Die Elefantenexpertin Carol Buckley hatte sich die Lebensbedingungen von Hanako vor Ort angesehen. Ihrer Meinung nach verwehrte man Hanako eines ihrer absolut grundlegenden Bedürfnisse als intelligentes und soziales Tier, nämlich die Kameradschaft eines Artgenossen:

Der wichtigste Faktor zum Wohlbefinden eines weiblichen Elefanten in Gefangenschaft ist die Gesellschaft eines anderen Tieres. Ein vertrauter Freund reduziert die Angst und den Stress der Isolation, was insgesamt zu einer verbesserten Gesundheit und Verfassung beiträgt. Die Gesellschaft von Artgenossen scheint auf weibliche Elefanten wie eine starke Medizin zu wirken, insbesondere im Alter. Hanako lebt alleine und nur ihre Pfleger können ihre sozialen Bedürfnisse erfüllen. Die Besucher bereiten ihr keine Freude; die meiste Zeit verbringt sie als Ausstellungsstück und ist psychologisch völlig teilnahmslos.“

Buckley schrieb außerdem, Hanako habe während ihres Besuchs ständig gezittert, da das Klima im Zoo völlig unzureichend für ein Tier sei, das für subtropische Temperaturen geschaffen wurde. Die Haut der Elefantendame sei dehydriert gewesen und ihre Fußballen „dünn und verletzt (vom Stehen auf Beton)“.

Die alte Elefantendame litt zudem offensichtlich unter großem Stress. Berichten zufolge gab ein Funktionär des Inokashira Park an, Hanako habe zwei Menschen in ihrem Gehege zu Tode getrampelt. Vielleicht hat die Frustration der lebenslangen Gefangenschaft zu diesem Vorfall geführt. Videoaufnahmen eines Besuchers zeigen, dass Hanako ständig mit dem Kopf webte und ihren rechten Vorderfuß hin und her schwang – Symptome einer Verhaltensstereotypie, einer durch die Gefangenschaft verursachten geistigen Erkrankung.

Der Stress und das entbehrungsreiche Leben in Gefangenschaft sind für Hanako nun vorbei. RIP, Hanako.

Was ihr tun könnt
Elefanten gehören nicht in einen Zoo, sondern in Freiheit. Anstatt die Lebensräume der Tiere in Afrika und Asien zu schützen, werden Millionen Euro an Steuergeldern für die leidvolle Haltung in Gefangenschaft verpulvert. Bitte unterstützt dieses kranke System nicht und boykottiert Zoos. Weitere Informationen auf PETA.de/ZooElefanten.

 

 

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Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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