Unterhaltung Zirkus

Circus Luna, die Bären und tendenziöse Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung

Die Haltung der beiden Bären bei Circus Luna stand jahrelang in der Kritik von PETA. Die Tiere lebten die meiste Zeit in einem Käfigwagen und mussten in der Manege Roller fahren und von einer hohen Rutsche gleiten. Sie litten unter schweren Verhaltensstereotypien. Als die Behörden in Hessen im Frühjahr 2015 endlich durchgriffen, waren wir hoch erfreut.

Endlich wurde die letzte Bärin in den Hochwildschutzpark Hunsrück gebracht (die andere wurde leider wenige Wochen vorher im Zirkus eingeschläfert), und am 14. Juli  klärten wir in einer Presseaussendung über die Hintergründe auf, nämlich u.a. dass die Behörden dem Zirkus zuvor eine Verfügung zur Abgabe der Tiere an eine wissenschaftliche Einrichtung bis Ende Juli zugestellt hatten.

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete, nach einem kurzen telefonischen Interview mit PETA, am 16. Juli darüber – doch wir konnten unseren Augen kaum trauen, in welcher Art und Weise der Fall dargestellt wurde:

Der Grundtenor des RNZ-Artikels besteht darin, dass PETA angeblich fälschlicherweise den Eindruck erweckt hat, dass die Behörden durchgegriffen hätten. Die Schreibweise des Journalisten legt unmissverständlich nahe, dass der Zirkus den Bären gänzlich freiwillig abgegeben hat.

Darauf hin haben wir die Chefredaktion angeschrieben mit der Bitte um Richtigstellung. Denn es entspricht nun mal den Tatsachen

  • dass der Zirkus vom Kreisveterinäramt Bergstraße eine Verfügung zur Abgabe der Bären bis Ende Juli an eine wissenschaftlich anerkannte Einrichtung zugestellt bekam.
  • dass kurz zuvor das Veterinäramt des Odenwaldkreises sogar eine Strafanzeige gegen den Zirkus erstattet hatte wegen der Bärenhaltung.

Doch diese Fakten blieben im RNZ-Artikel einfach unerwähnt – trotz mehrfacher Hinweise durch uns, vor und nach der Artikel-Veröffentlichung. Der Zirkus konnte lediglich den genauen Zeitpunkt der Abgabe bis Ende Juli sowie die aufnehmende wissenschaftliche Einrichtung selber auswählen – mehr nicht. Dass der Zirkus Widerspruch gegen die Abgabeverfügung eingelegt hat, hätte den Fall vielleicht noch aufgeschoben, aber angesichts der von den Behörden festgestellten immensen Tierquälereien wohl kaum die anberaumten Maßnahmen aufgehoben.

Da der Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung im Wesentlichen das Gegenteil von der tatsächlichen Sachlage aussagt, haben wir die Chefredaktion gebeten, die Fakten richtig zu stellen. Dies wurde aber vehement und unter äußerst fadenscheinigen Begründungen abgelehnt.

Weitere haltlose Vorwürfe
Des Weiteren wirft uns der Artikelschreiber vor, dass frühere Pressemitteilungen über die Elefantendame Benjamin des Circus Luna im Zusammenhang mit der tödlichen Elefantenattacke von Buchen „nicht immer ganz der Wahrheit entsprachen“. Auf Nachfrage, welche Unwahrheiten der Journalist bei PETA entdeckt haben will, gab die Chefredaktion lediglich den Fall des 12-jährigen Jungen an, der 2012 durch einen Rüsselschlag von Benjamin einen Kieferbruch erlitt. Die RNZ schrieb uns, es sei gar kein Kieferbruch gewesen. Doch obwohl wir dem Chefredakteur sogar das Krankenhausattest für den Jungen mit Diagnose ´Kieferbruch´ vorlegten, wollte man bei der RNZ auch diese Angelegenheit nicht richtig stellen. Wir haben deshalb schließlich Fragen bezüglich des Motivs dieser offensichtlichen und unbegründeten Hetze gegen PETA gestellt, welche der Chefredakteur mit der Androhung rechtlicher Konsequenzen zurückwies.

Fazit:
Es bleibt festzuhalten, dass die RNZ wiederholt einseitig Tierzirkus-freundlich berichtete, sich vergeblich bemühte, PETA Unwahrheiten anzudichten und dabei in dem o.g. Artikel über die Luna-Bären sogar Strafanzeigen und Abgabeverfügungen der Veterinärbehörden gegen Circus Luna unerwähnt ließ.

PS: Nur wenige Tage zuvor ist die Rhein-Neckar-Zeitung eine „Medienpartnerschaft“ mit einem großen Zirkus (Charles Knie ) eingegangen – den Rest kann sich jeder selber denken.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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