Unterhaltung Zirkus

Beschimpfungen, ein verhaltensgestörtes Pferd und weitere Tierquälereien bei Circus Moreno

Immer mehr Menschen sind davon überzeugt, dass neben exotischen Tieren auch Pferde, Ziegen und Hunde nicht in den Zirkus gehören. Dieser aktuelle Fall über einen kleinen Zirkus in Berlin zeigt einmal mehr, warum:

Seit Jahren karrt Circus Moreno ein hochgradig verhaltensgestörtes Pferd durchs Land. Laut eigener Auskunft unternimmt der Zirkus NICHTS, um die Verhaltensstörungen zu therapieren. Glücklicherweise hat ein Berliner Veterinäramt dem Zirkus deshalb im Juni 2015 eine Abgabeverfügung an eine ordentliche, stationäre Einrichtung zugestellt. Doch der Zirkus denkt gar nicht daran, das Tier abzugeben. Und die anderen Veterinärämter, in deren Zuständigkeitsbereich sich der Zirkus anschließend aufhielt, drückten wie so oft beide Augen zu – ein Skandal! Hier ein älteres Video von dem Hengst:

Weitere bei Circus Moreno in Berlin festgestellte Missstände (exemplarisch, es sind zu viele, um alle aufzulisten):

  • Das Freigehege für die Kamele wurde trotz mehrmaliger Ermahnung durch das Veterinäramt erst nach 7 Tagen aufgebaut. Kein Einzelfall, denn auch in anderen Städten musste dies immer wieder von den Behörden angemahnt werden.
  • Bei den Hunden, Ziegen, Lamas und Alpakas war die Klauen- bzw. Huf- und Krallenpflege seit Monaten überfällig, bei den Kamelen sogar seit über einem Jahr. Bei einzelnen Tieren (Ponys) kam es deswegen schon zu erheblichen Fehlstellungen.
  • Eine hochtragende bzw. später säugende Ponymutter wurde entgegen den ausdrücklichen Bestimmungen der Zirkusleitlinien herumgekarrt. Mutter und Fohlen wurden schließlich von Berliner Tierschützern freigekauft, um den Tieren weiteres Leid zu ersparen.

Insgesamt hat der Zirkus wegen der vielen Missstände insgesamt 14 Auflagen erhalten – und dreisterweise direkt angekündigt, sich nicht daran halten zu wollen. Außerdem wurden die Amtstierärzte wiederholt von den „verbal aggressiven“ Zirkusleuten beschimpft und bei ihrer Arbeit behindert, so dass die Polizei eingeschaltet werden musste.

Zwei Strafanzeigen
Aufgrund der vielen schweren Missstände bei der Tierhaltung haben wir von PETA Strafanzeige gegen die Zirkus-Verantwortlichen erstattet. Nachdem der Zirkus sich in mehreren Videos über PETA „ausgelassen“ hatte, war eine weitere Strafanzeige wegen Übler Nachrede und Verleumdung u.a. notwendig.

Tiere raus dem Zirkus!
Tiere haben im Zirkus nichts verloren. Amtstierärzte finden bei fast jeder zweiten Kontrolle Missstände vor, wie eine Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen im Bundestag vor ein paar Monaten offenbarte. Einige Länder wie Griechenland, Bolivien und Bosnien-Herzegowina haben bereits alle Tierarten aus der Manege verbannt. Dafür setzen wir uns auch in Deutschland ein.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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