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Bericht aus dem „Tiger-Tempel“ in Thailand: Touristen-Attraktion oder Tierquälerei?

Tiger Zoo in Thailand

Bei vielen Thailand-Touristen steht ein Besuch im „Tiger-Tempel“ hoch im Kurs. In diversen TV-Sendungen wurde bereits darüber berichtet, wie sich Touristen im „Wat Pa Luangta Bua“ hautnah mit Tigern fotografieren lassen und dabei angeblich noch etwas zum Tigerschutz beitragen können.

Als Turner Barr aus Kalifornien letztes Jahr dort ein 4-wöchiges Praktikum begann, ahnte er noch nicht, was ihn dort erwartet. Doch nach 18 Tagen war er von dem missbräuchlichen Umgang mit den Tieren derart angewidert, dass er sein Praktikum abbrach. Nun bloggte er über seine Erfahrungen:

Der Tiger-Tempel hat nichts mit einer Auffangstation zu tun, sondern ist eine reine Zuchtfarm mit Streichelzoo. Bis zu sechs Tiger werden in einen engen Käfig gesperrt, um ständig Nachwuchs zu „produzieren“. Denn die Touristen wollen mit „süßen“ Tigerbabys schmusen. Anstatt nach zwei Jahren werden die Babys im Tiger-Tempel bereits nach zwei Wochen gewaltsam von ihren Müttern getrennt. Ältere Tiere sind jedoch nur wenige zu sehen. Aufgrund der hohen Nachfrage aus China nach Körperteilen von Tigern sind erwachsene Tiere tot mehr wert als lebendig. Durch die ständigen Fütterungsaktionen für Touristen und aufgrund mangelnder Bewegung sind viele Tiger übergewichtig und haben eine unterentwickelte Muskulatur.

Einige Touristen behalten ein ungewolltes „Andenken“: eine 19-jährige Britin wird fortan eine 10 Zentimeter lange Narbe mit sich herumtragen, nachdem sie 2013 von einem der Tiger angefallen wurde.

Bereits 2008 führte die britische Artenschutzorganisation „Care for the Wild“ eine verdeckte Recherche in dem Tempel durch und kam zu dem Ergebnis, dass die Tiger bis zu 20 Stunden am Tag in kleine Käfige gesperrt, geschlagen und teilweise vermutlich ins Ausland verkauft wurden.

Tiger-Tempel ist ein „No-Go“
Tierfreunde sollten einen großen Boden um den Tiger-Tempel machen. Auch für andere vermeintliche Attraktionen wie Elefantentrekking oder der Tigerzoo bei Pattaya werden Tiere ausgenutzt, gequält und missbraucht, um Urlaubern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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