Angeln

Haiangriffe und was dahintersteckt

Hai im Meer

In den USA mehren sich dieses Jahr Haiangriffe auf Menschen. Medien und Experten munkeln, etwas Seltsames würde hier vorgehen. Hört sich nach Horror und Mystery an. Unsere Kollegin Becky Fenson von PETA USA klärt über die Zusammenhänge in diesem Gastbeitrag auf:

Wenn wir Haiangriffe verhindern wollen, müssen wir aufhören zu angeln

Einige Menschen nennen diesen Sommer bereits den „Haisommer“, nachdem es an den Küsten von Florida, North Carolina und South Carolina mehrere von der Presse ausführlich behandelte Haiangriffe gegeben hat. Es gibt zwar Faktoren, die eine erhöhte Aktivität unter Haien begünstigen und die außerhalb unserer Kontrolle liegen, doch mit einer Sache können wir Badegäste definitiv schützen: Mit einem Angelverbot.

Ich fühle mich vom Wasser angezogen, seit ich mit 7 Jahre das Schwimmen lernte. Und ich weiß um die Gefahren, die für Mensch und Tier vom Angeln ausgehen. Ich durchschwamm den Ärmelkanal, ich nahm an 10km-Wettschwimmen in den Haigewässern vor der kalifornischen Küste bei Santa Cruz teil und ich schwimme regelmäßig in der San Francisco Bay. Es gibt dort kaum etwas, das mich stört – nicht die Strömungen, das kalte Wasser, nicht einmal die vielen Boote. Aber ich bekomme eine Heidenangst, wenn ich unter oder neben den Piers mit ihren Angelschnüren schwimmen muss, die ins Wasser hängen. Ich habe eine Riesenangst davor, an einem Haken hängenzubleiben.

Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass Fische darauf wohl auch nicht scharf sind.

Im vergangenen Jahr legte eine in der Zeitschrift Animal Cognition veröffentlichte Studie Beweise dafür vor, dass Fische in komplexen sozialen Gruppen leben, kulturelle Traditionen entwickeln, Werkzeuge nutzen können, ein beeindruckendes Langzeitgedächtnis haben, sich selbst und andere erkennen und lernen, indem sie andere Fische beobachten. Kugelfische kreieren auf dem Meeresboden Kunstwerke, um potenzielle Partner anzuziehen und der Großzahn-Lippfisch öffnet Muscheln mit Steinen; Korallen-Zackenbarsche arbeiten mit Muränen und Napoleon-Lippfischen zusammen, um Beutefische in winzigen Spalten in Korallenriffen aufzustöbern.

Fische empfinden zudem – genau wie andere Wirbeltiere – Schmerz und leiden unermesslich, wenn sie von einem Haken aufgespießt und aus dem Wasser gezogen und an Land ersticken.

Und – ja – Angeln erhöht das Risiko von Haiangriffen. Wenn man Haie in Ruhe lässt, meiden sie von Natur aus den Kontakt zum Menschen. Hängt man jedoch blutige Köder ins Wasser oder wirft man Eingeweide von Fischen hinein, die gefangen und dann gesäubert wurden, dann ist das, als würde man zum Abendessen bitten.

In Florida, North Carolina und South Carolina ist es legal, Haie zu angeln und sie mit Fischresten anzulocken, die in Netzen an der Seite des Bootes oder am Pier befestigt werden. Doch selbst ohne Fischreste im Wasser fühlen sich Haie von Piers angezogen, da die Pfeiler Fischen Unterschlupf bieten und so häufig eine große Anzahl an Fischen dort zusammenkommt. Letzten Monat ereigneten sich zwei Haiangriffe vor Oak Island, North Carolina, weniger als 90 Meter von Angelpiers entfernt. Beide der jungen Opfer verloren bei den Angriffen Gliedmaßen.

Und jedes Mal, wenn ein Hai an einem Haken hängt und verzweifelt versucht, sich zu befreien, dann befindet sich jeder Schwimmer oder Surfer in seiner Nähe in großer Gefahr. In einer solchen Situation wurde auch der Langstreckenschwimmer Steven Robles letzten Sommer vor der Küste von Manhattan Beach, Kalifornien, von einem Hai gebissen.

George Burgess, Leiter der internationalen Datenbank über Haiangriffe der Universität von Florida, sagte kürzlich dazu: „An einem Strand zu angeln, wo es Schwimmer und Surfer gibt, ist eine gefährliche Mischung.“

Wir können nicht alle Faktoren kontrollieren, die Haie in die Nähe von Schwimmern bringen. Wir können zum Beispiel nichts tun gegen sehr salzhaltige Gewässer (die von Haien bevorzugt werden und aus ungewöhnlich trockenen Wetterbedingungen hervorgehen) oder gegen große Gruppen atlantischer Menhaden nahe der Küste, die auf dem Speiseplan der Haie stehen. Aber wir können das Angeln an Stränden einstellen – denn das bringt nicht nur Fische in Gefahr, sondern auch jeden Menschen, der sich im Wasser bewegt.

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Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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