Angehöriger eines Verstorbenen schreibt einen Brief an Große Koalition
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Angehöriger eines Verstorbenen schreibt einen Brief an Große Koalition

Große Koalition
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Einen nahestehenden Angehörigen zu verlieren, ist immer schrecklich. Noch tragischer ist es, wenn es durch einen Unfall geschieht, der leicht hätte vermieden werden können. Im August 2017 verunglückte ein Mann in der Nähe von Treuenbrietzen, weil zwei Wildrinder vor sein Auto liefen. Die Tiere waren aus dem Winterlager eines Zirkusbetriebs in der Nähe ausgebrochen. Nun richtet sich der Bruder des Verstorbenen in einem dramatischen Brief an die Verhandlungsführer der Großen Koalition in Berlin. Das Schreiben wurde von PETA an die Parteivorsitzenden Angela Merkel, Martin Schulz und Horst Seehofer übermittelt.

Er schreibt unter anderem:

Besonders traurig stimmt uns, dass seit vielen Jahren ein Wildtierverbot für Zirkusbetriebe zur Debatte steht, aber durch die Politik noch nichts unternommen wurde. Mein Bruder könnte noch leben, wenn die Politik entschlossener zum Schutz der Menschen gehandelt hätte. Ich schreibe Ihnen heute mit dem Appell, Wildtiere im Zirkus endlich zu verbieten. Anderen Menschen soll diese bittere Tragödie erspart bleiben. Bitte schützen Sie die Bürger UND die Tiere, indem Sie endlich handeln.

Der schreckliche Vorfall war nicht der erste seiner Art. Immer wieder können Tiere aus Zirkussen entkommen und töten oder verletzen auf ihrer Flucht Menschen. So tötete etwa ein Elefant im Jahr 2015 einen Spaziergänger in Baden-Württemberg. Gefahrensituationen wie die nahe Treuenbrietzen treten besonders häufig auf, da Tiere auf der Flucht regelmäßig Straßen überqueren oder blockieren. Dabei kommen auch immer wieder Tiere zu Tode.

Grausame Tierquälerei in deutschen Zirkusbetrieben

Für ein Wildtierverbot in Zirkussen

Und warum das alles? Schließlich sind sowohl die Bundestierärztekammer als auch die Mehrheit der Deutschen für ein Wildtierverbot in Zirkussen, das schon lange hätte erlassen werden sollen. Viele Städte verbieten Zirkusse mit Wildtieren bereits. Der Bundesrat selbst verwies 2016 in seiner Entschließung für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus auf die Gefahrensituation:

Ferner sind vermehrte Zwischenfälle mit den genannten Tierarten und Ausbrüche von Zirkustieren augenfällig, die auch die Bevölkerung immer wieder gefährden.

Doch die CDU/CSU-Fraktion hat ihre Zustimmung zu einem solchen Verbot bislang stets verweigert – als einzige Partei im Bundestag! Bitte setzt euch mit uns zusammen für ein umfassendes Wildtierverbot in Zirkussen ein.

Tierleid in Ketten

Tiger im Käfig eines Zirkus

Tiere im Zirkus müssen die meiste Zeit ihres Lebens auf dunklen LKWs, an Ketten fixiert oder in engen Käfigen und Gehegen verbringen. Zum Training werden Gewalt und Zwang eingesetzt, um die Tiere gefügig zu machen. Die lebenslangen Misshandlungen und Entbehrungen führen häufig zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und einem frühen Tod. Tiere, die für Vorführungen nicht mehr geeignet sind, werden entweder permanent in die engen Käfige der Winterquartiere verbannt oder an andere Zirkusse oder private Haltungen verkauft. In manchen Ländern werden sie sogar an Versuchslabore oder an Jagdfarmen verkauft.

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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