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9 Gründe, warum Elefantenreiten ein riesengroßer Fehler ist

Ein indischer Elefant festgekettet an einen Baum

Über 3.000 Elefanten und Elefantenbabys werden in asiatischen „Parks“ oder von Dienstleistern für Elefantenreiten gefangen gehalten. Diese Zahl stieg laut Angaben von World Animal Protection in den letzten Jahren sogar deutlich an.

Die Elefanten werden durch Schläge gefügig gemacht. Sie müssen Touristen auf ihrem Rücken reiten lassen und Tricks vorführen. Doch viele Touristen ahnen nicht, was die Elefanten für ein paar Urlaubsfotos durchmachen…

Mann hält beim Elefantenreiten den Elefantenhaken griffbereit
Tiere und „Trainer“ wissen genau, wie schmerzhaft sich der Elefantenhaken in die empfindliche Haut bohren kann.

9 Fakten über Elefanten in der Tourismus-Branche:

  1. Als Babys werden die Elefanten illegal in der Wildnis gefangen und ihren Familien entrissen. Dabei sterben oft auch die Mütter, die verzweifelt versuchen ihren Nachwuchs zu beschützen.
  2. Das „Training“ der Elefantenbabys beginnt sofort. Sie werden mit dem Elefantenhaken geschlagen, bis ihr Wille gebrochen ist und sie dem Menschen gehorchen.
  3. Dieser aggressive Umgang stresst und traumatisiert die sensiblen Tiere.
  4. In freier Natur leben Elefanten in großen Familienverbänden. Dort wandern sie kilometerweit, suchen frische Nahrung, spielen oder baden. In Gefangenschaft bewegen sie sich auf kurzen Strecken im Kreis oder in einer aufgeheizten Arena.
  5. Wenn sie nicht arbeiten müssen, stehen die Tiere gewöhnlich angekettet auf blankem Betonboden, der ihren Füßen schadet.
  6. Der Bewegungsmangel verursacht auch Gelenk- und Rückenprobleme. Dadurch sterben Elefanten in Gefangenschaft sehr viel früher als in ihrer natürlichen Umgebung.
  7. Es fehlt den Elefanten an naturgemäßem Futter, ausreichend Wasser und tierärztlicher Versorgung.
  8. Laut World Animal Protection gab es zwischen 2010 und 2016 17 Tote und 21 schwer Verletzte durch Unfälle mit Elefanten in Gefangenschaft – Allein in Thailand. Dabei ist die Zahl der nicht bekannt gewordenen Fälle vermutlich wesentlich höher.
  9. Viele Dienstleister versuchen die Besucher zu täuschen, indem sie sich als „Auffangstation“ oder „Gnadenhof“ ausgeben. Die ausbeuterischen Trainings- und Haltungsmethoden sind oft dieselben.

Tierfreundliche Reiseanbieter meiden Elefantenreiten

Das weltweit größte Reiseportal TripAdvisor hatte 2016 nach Gesprächen mit PETA USA verkündet, keine Tickets mehr für Elefantenbegegnungen zu verkaufen. Daraufhin folgten mehr als 100 weitere Reiseveranstalter, unter anderem Expedia Inc. Auch DER Touristik zeigt sich vorbildlich und hat angekündigt, bis 2020 Tourismus-Angebote mit direktem Wildtierkontakt aus dem Programm zu streichen. Dazu gehört Elefantenreiten ebenso wie Delfinschwimmen, Löwen-Spaziergänge oder Stierkämpfe.

Was du tun kannst

  • Beschwere dich, wenn du siehst, dass ein Reiseanbieter Elefantenreiten oder ähnliche Veranstaltungen im Programm hat.
  • Besuche keine Touristenattraktionen, die Tiere zu Unterhaltungszwecken missbrauchen!
  • Informiere auch Freunde und Verwandte über Tierschutz-Fallen im Urlaub.

Über den Autor

Yvonne

Yvonne ist Fachreferentin für Tiere in Zoo und Zirkus bei PETA Deutschland. Sie ist promovierte Biologin und hat sich in ihrer Dissertation mit der Persönlichkeit von Tieren beschäftigt.

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