Unterhaltung Zoo

50 Jahre Gefangenschaft – 50 Jahre Leid

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Gorilladame Mimi

Der 14.10.1965 war ein Tag, den Mimi sicher nie vergessen wird. Vor 50 Jahren änderte sich das Leben des damals 2 – jährigen Gorillamädchens grundlegend. Es war der Tag, an dem Mimi in den Stuttgarter Zoo „Wilhelma“ kam. Kurz zuvor wurde sie in einem Regenwald in Kamerun eingefangen. Ihre Eltern wurden dabei getötet. Dies war sicher der schlimmste Tag ihres Lebens.
Seit 50 Jahren muss Mimi ein Leben in Gefangenschaft fristen, nur um den Menschen zu belustigen. Sie wird als eine Geburtsmaschine gesehen: 11 Kinder brachte sie auf die Welt, damit diese ebenfalls in einem Zoo ihr Leben verbringen müssen. Denn kein im Zoo geborener Menschenaffe kann je wieder ausgewildert werden. Mit dem oft genannten Artenschutz hat ein Zoo also praktisch nichts gemein.

Dieses von den Medien als „Freudentag“ hervorgehobene Event machte sich PETA Deutschland zu Nutzen, um auf das Leiden der Menschenaffen in Gefangenschaft aufmerksam zu machen. So gingen meine Kollegin und ich Undercover in den Zoo und begaben uns zum Affenhaus, wo eine kleine Jubiläumsfeier stattfinden sollte. Es konnten Geschenke gebastelt werden und das Gehege war „feierlich geschmückt“. Dass die Gorillas die Luftschlangen aßen, störte die Tierpfleger nicht weiter. Sie seien ja nur aus Papier, lautete die Antwort eines Pflegers. Hauptsache es sieht für den Besucher schön aus, was es für Auswirkungen auf das Tier hat, ist von untergeordneter Bedeutung. Wie alles im Zoo …
Wir begutachteten ein wenig die Situation vor Ort und bekamen heraus, dass noch ein Fernsehteam kommen sollte, um ein Interview mit zwei Tierpflegern durchzuführen. Das sollte meine Chance sein, um meine Message loszuwerden! Ich zog meinen Pulli aus, unter dem ich ein PETA Deutschland – Shirt trug und stapelte einige Bananen auf meinem Arm. Diese haben wir zuvor mit dem Wort „Freiheit“ beschriftet. So bin ich dann in das Interview geplatzt und habe zu den Pflegern gesagt, ich würde gerne diese Bananen an Mimi überreichen, denn Freiheit sei das schönste Geschenk für sie. Die beiden Tierpfleger verzogen sich direkt, der Kameramann filmte mich noch einen Moment und suchte dann auch das Weite. Mit einem Biologen sprach ich noch kurz, der vom Zoo aber recht begeistert schien und sich nicht daran störte, dass Mimi ein Wildfang ist und ihre Eltern sterben mussten.
Ich appellierte an die Besucher, sie sollten keine Zoos besuchen und dabei konnte ich in das ein oder andere nachdenkliche Gesicht blicken. Anschließend übergab ich die „Freiheitsbananen“ an den Biologen, der diese einfach vor dem Gehege liegen ließ.
All das wurde von meiner Kollegin filmisch festgehalten.

Ich hoffe, bei dem ein oder anderen vielleicht etwas bewegt haben zu können! Und dass genau dieser jemand vielleicht über meine Worte nachdenkt, bevor er das nächste Mal einen Zoo besuchen möchte. Für all die Tiere, die ein Leben im Zoo fristen müssen, kann man es sich nur wünschen. Die Freiheit konnten wir ihnen heute zwar nur symbolisch schenken, aber dafür waren wir ihre Stimme.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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