Unterhaltung Zoo

13 tote Giraffen in 3 Jahren: DAS MUSS AUFHÖREN!

© iStock/Franco Deriu

Giraffen sind wundervolle Tiere, die in der afrikanischen Savanne zu Hause sind und über 50 Stundenkilometer schnell laufen können. In Freiheit werden sie etwa 20 – 30 Jahre alt. Doch wenn eine Giraffe das Pech hat, in einem Zoogehege eingesperrt zu sein, dann sinken ihre  Chancen auf ein hohes Alter rapide.

Aufgrund ihrer empfindlichen Anatomie sind die langbeinigen Paarhufer in Gefangenschaft hohen Risiken ausgesetzt. Enge Boxen, rutschige oder harte Böden sowie riskante Transporte und Narkotisierungen sind charakteristisch für eine tierschutzwidrige Haltung, die zu extrem hohen Unfall- und Sterberaten bei den Tieren führt.

Giraffen in Minibox im Stuttgarter Zoo
Giraffen in Minibox im Stuttgarter Zoo

Traurige Bilanz

Zuletzt traf es im Juli 2016 den jungen Jasho im Schweriner Zoo, der wohl erstickte. Jasho wurde nur fünf Jahre alt. Einen Monat zuvor erwachte der acht Jahre junge Mtoto im Zoo Karlsruhe nicht mehr aus einer Narkose. Im Mai dieses Jahres verhakte sich Kibali im Tiergarten Nürnberg mit ihren Stirnzapfen in einem Gitter und verletzte sich so schwer an der Wirbelsäule, dass sie im Alter von 12 Jahren eingeschläfert werden musste. Im November des vergangenen Jahres hatte sich der sechs Jahre alte Giraffenbulle Abasi im Berliner Zoo in einem Strick verheddert und stranguliert. Giraffenbulle Vuai wurde im Oktober nach einem missglückten Transportversuch im Dortmunder Zoo eingeschläfert. Zuvor – im April 2015 – musste das 14 Monate junge Giraffenbaby Rudo im Frankfurter Zoo euthanasiert werden, nachdem er sich schwer beim Spielen verletzte. Im Dezember 2014 wurde die elfjährige Giraffe Kibaya im Tierpark Berlin eingeschläfert – sie zog sich infolge eines Sturzes während der Nahrungsaufnahme erhebliche Verletzungen zu. Neben vier weiteren tragischen Todesfällen im Zoo Augsburg – zuletzt im Februar 2015 – kamen seit 2013 auch in den Zoos Osnabrück und Leipzig Giraffen ums Leben.

Artenschutz oder Ausrede?

Giraffen gehören nicht in den Zoo, denn sie sind für ein Leben in der Savanne perfekt angepasst. Zoos versuchen das Einsperren der Tiere mit dem Artenschutz zu rechtfertigen, doch in den letzten 100 Jahren wurde noch keine Giraffe aus einem deutschen Zoo ausgewildert. Dazu wird es auch nie kommen, denn laut Dr. Peter Dollinger vom Verband der Zoologischen Gärten (VdZ), sind Auswilderungen auch gar nicht realisierbar. In einem Zeitungsartikel heißt es:

Giraffen aus Europa besitzen jedoch gegen viele Krankheiten in Afrika keine Antikörper. Zudem sind Auswilderungen von afrikanischen Ländern nicht gewünscht.

Zur Bildung von Kindern tragen die Zoos ebenfalls nichts bei, denn in Gefangenschaft können die Giraffen ihre natürlichen Verhaltensweisen kaum ausleben. Die Besucher sehen nur ein trauriges Abbild einer Giraffe, deren Leben in jeder Hinsicht vom Zoowärter fremdbestimmt wird.

Millionen  Euro an Steuergeldern

Die Zoohaltung von Giraffen ist eine Sackgasse. Doch deutsche Zoos erhalten jedes Jahr viele Millionen Euro aus Steuergeldern, weil sie rote Zahlen erwirtschaften. Denn immer mehr Menschen lehnen das Einsperren exotischer Tiere ab und meiden diese bedrückenden Einrichtungen. Wenn die Zoosubventionen für echten Artenschutz ausgegeben würden – da wo die Tiere in Freiheit leben – wären die Steuergelder wesentlich effektiver und nachhaltiger eingesetzt.

 

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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