Warum wir den Welttag zur Abschaffung von Tierversuchen brauchen
Tierversuche

Warum wir den Welttag zur Abschaffung von Tierversuchen brauchen

Der 24. April ist der Welttag zur Abschaffung von Tierversuchen, auch Internationaler Tag für Versuchstiere oder World Day for Animals in Laboratories genannt. An diesem Tag gedenken wir der Tiere, die in grausamen Laborversuchen leiden und sterben.

Die Mehrheit der Deutschen lehnt Tierversuche ab. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle repräsentative Umfrage, die von den Ärzten gegen Tierversuche in Auftrag gegeben wurde. Dennoch werden in Deutschland Millionen von schmerzhaften und schrecklichen Verfahren an Tieren durchgeführt. Diese Versuche sind weder moralisch noch wissenschaftlich zu rechtfertigen und blockieren den medizinischen Fortschritt, da zu wenig in Alternativmethoden investiert wird.

Grausamer Tierversuch am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen

Ein abschreckendes Beispiel für einem 2016 veröffentlichten Versuch am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen: Weibliche Weißbüschelaffen wurden mit Gonorrhoe infiziert und in der Mitte der Schwangerschaft wurde ihnen die Gebärmutter entfernt. Dann wurden die Effekte der Krankheit der Mutter auf die Gehirnentwicklung der getöteten, ungeborenen Föten untersucht.

Tierversuche aus Neugier

Es ist ein Missverständnis, dass Tiere nur eingesetzt werden, um Krankheiten zu heilen. Oft geschieht dies aus Neugier, so z.B. in folgendem Fall: Anfang 2018 wurde eine Studie eines neurowissenschaftlichen Forschungsinstituts in Bonn, das mit der Max-Planck-Gesellschaft assoziiert ist, veröffentlicht. Dort wurde männlichen Ratten Cholera-Toxin bzw. Tollwuterreger ins Gesicht injiziert, um zu untersuchen, welche Nervenzellen welche Schnurrhaare steuern. Letztlich wurden die Ratten getötet und ihre Gewebe studiert.

Systematische Vernachlässigung von Tieren in Versuchen

Überschwemmte Käfige aufgrund undichter Wasserflaschen – Mäuse versuchen dem Tod durch Ertrinken zu entkommen

Das Gesetz tut wenig, um Tiere in Laboren zu schützen, und Experimentatoren halten sich oft nicht an die wenigen Vorgaben, die es gibt, was das Tierleid noch vergrößert. Ein Bericht des britischen Innenministeriums offenbarte die systematische Vernachlässigung von Tieren in Versuchen in Großbritannien im Jahr 2016. In einem Fall sind Mäuse in ihren Behältnissen erstickt, da sie nicht richtig belüftet wurden. In anderen Fällen  starben Mäuse, weil sie übers Wochenende ohne Wasser zurückgelassen wurden, andere sind verhungert. Wegen ungeeigneter Luftfeuchtigkeit starben 74 Hühnerküken. Wenn Forscher aber dabei überführt werden, wie sie Vorschriften brechen, bekommen sie oft keine ernsthafte Strafe. So wurden keine Schritte gegen einen Lizenzinhaber eingeleitet, der 12 Primaten mehr als erlaubt einsetzte.

Tierexperimentatoren nutzen oft unsachliche Argumente, um zu behaupten, ihre archaischen Methoden seien der einzige Weg, um Krankheiten zu heilen. Aber das ist nicht wahr. Tatsächlich besteht der wichtigste Trend in der modernen Forschung in der Erkenntnis, dass Tiere selten als gute Modelle für den menschlichen Körper herhalten können. Moderne Alternativmethoden einschließlich hochentwickelter Verfahren mit menschlichen Zellen und Geweben (In-vitro-Methoden), fortschrittliche Computer-Modellierungstechniken (In-silico-Modelle) und Studien mit menschlichen Freiwilligen sind meist aussagekräftiger und verlässlicher.

Zukunft ohne Tierversuche

Vitrocell Inhalationsystem in vitro Chemikalien

Um sich für solche zukunftsweisenden Methoden einzusetzen, ist PETA Mitglied des PETA International Science Consortium. Besucht die Webseite des Konsortiums für weitere Informationen über die weltweite Arbeit von PETA und ihren Partnerorganisationen zur Förderung der Entwicklung und des Einsatzes moderner tierversuchsfreier Forschungs- und Testmethoden. Unterstützt bitte auch unsere Aktionsaufrufe, um euch an der Beendigung grausamer Tierversuche zu beteiligen.

Über den Autor

Christopher

Christopher ist promovierter Biologe und Mitglied des PETA International Science Consortium (PISC). Er setzt sich im Bereich der toxikologischen und ökotoxikologischen Chemikalientestung für den Ersatz von Tierversuchen durch Alternativmethoden ein. Christopher hält es mit Mahatma Gandhi, der sagte: "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen,
wie sie die Tiere behandelt".

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