Aktiv sein Tierversuche

Vermitteln wir unseren Kindern Mitgefühl!

Springfrosch, Rana dalmatina

Eigentlich sollten wir zu dieser Jahreszeit aus vollem Halse Weihnachtslieder singen – doch es gibt noch ein anderes Thema, für das es sich lohnt, die Stimme zu erheben: Die absurde Unterrichtseinheit des Sezierens von Tieren an Schulen.

Jahr für Jahr sollen Kinder im ganzen Land ihr Mitgefühl ausschalten, in tote Tierkörper hineinschneiden und in den Eingeweiden herumbohren. Ich weiß noch, wie ich in der Schule gezwungen wurde, einen Frosch, ein Kuhauge und eine Maus zu sezieren. Es gab keine Diskussion darüber, dass dieses Tier getötet worden war, um für unsere kleine Übung herzuhalten. Und einige von uns fragten sich schon damals, wie in aller Welt uns das in unserem späteren Leben weiterhelfen sollte. Wir sahen, wie verängstigt und verwirrt die Maus in ihrem Käfig war und wie sie später mit Chloroform betäubt wurde.

Und Jahre später stellen sich noch immer die gleichen Fragen, vielleicht sogar noch stärker. Die zuständigen Lehrer unterbinden makabre Scherze der Schüler häufig nicht oder machen sogar selbst mit. Kürzlich wurde ein Biologielehrer dabei gefilmt, wie er mit toten Fröschen jonglierte, die in der Schule seziert werden sollten. Seine Schüler lachten über die „Vorführung“. Ein anderer Lehrer ließ die Schüler mit den von ihnen genutzten toten Katzen zu einem Lied hin und her wackeln. Immer wieder hören wir auch von Lehrern, die Schüler mobben, die um eine humane Alternative zum Sezieren bitten – obwohl diese Bitte in vielen Bundesstaaten gesetzlich geschützt ist.

Zeigt ein Lehrer derart fehlenden Respekt vor Tierleben, dann werden es ihm seine Schüler wahrscheinlich gleichtun. Die Tiere, die in Schulen seziert werden, sterben nicht an Altersschwäche. Viele werden zu diesem Zweck gezüchtet oder auch eingefangen und damit ihrem natürlichen Lebensraum entrissen. PETA hat in der Vergangenheit Ermittlungen bei Firmen durchgeführt, die solchen Biologiebedarf anbieten. Die Ermittlungen zeigten, dass die Unternehmen teils sogar Tiere von Tierheimen erwerben, nur um sie zu töten und für Experimente in der Schule zu verkaufen. Einige dieser Tiere waren einmal sogenannte Haustiere und wurden dann ertränkt oder bei lebendigem Leib einbalsamiert.

Es überrascht nicht, dass Studien gezeigt haben, dass das Sezieren zu einer Gefühllosigkeit gegenüber Tieren führen kann. Eine Fundraising-Aktion von The American Association for Laboratory Animal Science (AALAS) – einer Gruppe, die Tierexperimentatoren repräsentiert – beweist dies. Für eine Auktion auf der Facebookseite von AALAS, wurde ein verstörendes Bild eines Rattenskeletts gepostet, das scheinbar ein Tierschutzhandbuch für die Laborarbeit liest. Wahrscheinlich wurde dafür eine Ratte im Labor getötet, seziert und dann wohl gekocht, um so das Fleisch zu entfernen, bevor man die respektlose Requisite herstellen konnte. „Das wird sicher der Kassenschlager!“ kommentierte ein Wissenschaftler auf Facebook. Ein anderer Wissenschaftler – mittlerweile Leiter einer Forschungsabteilung – schrieb: „Das war ja eine meiner Ratten!!! Super!“

Es ist kein Wunder, dass das Mitgefühl von Schülern darunter leidet, wenn sie in der Schule gezwungen werden, Frösche, Schweine, Katzen und andere Tiere in grausamen Experimenten aufzuschneiden. Für sie werden Tiere leicht zu kaum mehr als Wegwerfartikeln. Das Sezieren in der Schule ist nur der Anfang für all diejenigen, die später Löcher in den Schädel von Tieren bohren, ihnen die Haut wegbrennen, das Rückenmark zerquetschen, sie giftige Gase einatmen lassen oder ihnen Krebstumore verpassen. Der Amokläufer im Multiplexkino von Aurora beteiligte sich an Versuchen zur Hirnkartierung bei Singvögeln und sezierte Vögel und Mäuse während seines Studiums der Neurowissenschaft. Genau wie er werden diese Schüler vielleicht beim Menschen weitermachen.

Wenn wir Schülern beibringen, dass ein Leben wertlos ist, wie können wir von ihnen erwarten, sich nicht dementsprechend zu verhalten? Über 20 Bundesstaaten und viele Schulbezirke im ganzen Land haben bereits Gesetze oder Richtlinien umgesetzt, die das Recht von Schülern garantieren, kein Tier sezieren zu müssen. PETA hat schon mit zahlreichen Schulen zusammengearbeitet und ihnen virtuelle Sektionsprogramme zur Verfügung gestellt. Mit Programmen wie Digital Frog können Schüler die inneren Mechanismen eines Lebewesens kennenlernen, ohne es aufzuschneiden. Studien belegen, dass Schüler mit derartigen Softwareprogrammen genauso gut oder sogar besser unterrichtet werden können als mit tierbasierten Methoden. Und moderne Computerprogramme wie dieses sind langfristig außerdem kostengünstiger, da man sie immer wieder verwenden kann.
Wenn Sie ein schulpflichtiges Kind haben, Lehrer sind oder selbst noch zur Schule gehen, dann bitten Sie die Schule, auf solch moderne Technologien umzusteigen. Zusammen können wir es schaffen, uns von der unnötigen Praktik der Tiersektion zu verabschieden.

 

Ihr Kind soll an einer Schule im Unterricht sezieren? Oder Sie sind Lehrer/in und möchten sich modernen Methoden zuwenden?
Besuchen Sie uns doch auf PETAKids.de oder direkt zum Thema: PETAKids.de/Sezieren-im-Biologieunterricht.
Gerne wenden wir uns auch direkt an die Schule – schreiben Sie uns, wenn Sie Unterstützung benötigen an info@PETAKids.de
Wir versuchen zu helfen!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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