Ernährung Tierversuche

Tierversuche… für Bier? Ganz genau! Dafür müssen Mäuse leiden!

Tierversuche fuer Bier
© iStock.com / kzenon

Bis zu 12 Euro zahlen Dirndl- und Ledenhosenträger derzeit auf der Wiesn für eine ordentliche Maß Bier. Für den ein oder anderen Besucher aus dem Rheinland ein Skandal! Jedoch ist dies nicht zu vergleichen mit dem Preis, den Mäuse für absurde Tests an Bier zahlen müssen. Die Tiere wurden für die von der Wissenschaftsförderung Deutscher Brauwirtschaft (Wifö) finanzierten Experimente gequält und getötet. PETA überreichte deshalb der Wifö über 22.000 Unterschriften mitfühlender Menschen, mit der Forderung, künftig keine Tierversuche mehr zu unterstützen.

Mäuse mit Bier abfüllen?  Wer, wo, was, wie bitte?

Doch fangen wir einmal von vorne an:

Wer? Eine Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Ina Bergheim, gefördert von der Wissenschaftsförderung deutscher Brauwirtschaft (Wifö).

Was? Tierversuche mit Bier und anderen Alkoholika an Mäusen.

Wann? Die Studien wurden 2015 und 2016 in der US-Fachzeitschrift Alcohol and Alcoholism veröffentlicht. Das Forschungsvorhaben endete im Februar 2017.

Wo? Universität Jena, Institut für Ernährungswissenschaften.

Warum? Eine Studie sollte untersuchen, ob Bier weniger gefährlich für die Leber ist als hochprozentiger Alkohol. Die andere Studie untersuchte die Auswirkung von Hopfen auf die Leber.

Wie? In einem Binge-Drinking-Modell wurden den Mäusen stoßartig große Mengen Alkohol verabreicht. Hierbei wurden zahlreichen Gruppen von Mäusen verschiedene Alkoholmischungen eingeflößt. Eine Gruppe wurde etwa mit Bier vollgepumpt, die andere mit Ethanol (also reinem Alkohol). Nach dem Versuch wurden die Mäuse getötet, aufgeschnitten und deren Lebern untersucht.

Wozu? Die Versuche sollten Aufschlüsse über Alkoholismus beim Menschen geben und warum Bier die Leber weniger schädigt als hochprozentige Getränke.

Mensch = Maus?

„Bier schadet der Leber weniger als reines Ethanol“ lautet eine der Studien. Doch müsste sie nicht heißen: „Bier schadet der Mäuseleber weniger als reines Ethanol“? Die menschliche Leber ist auf ganz andere Anforderungen  ausgerichtet und funktioniert somit auch anders als die Leber von Mäusen. Alternativmethoden, wie etwa Liver-on-a-Chip, arbeiten hingegen mit authentischen menschlichen Geweben und können somit auch bessere Auskunft über die Reaktion menschlicher Organe liefern. PETA fördert aus diesem Grund zahlreiche Projekte zur Erforschung alternativer Testmethoden.

Der Mensch ist keine Maus, insbesondere, was die Reaktion auf Gifte (wie etwa Alkohol) betrifft. Sokrates legte sich, nachdem er den Schierlingsbecher geleert hatte, zum Sterben ab. Eine Maus würde nach dem Verzehr unbehelligt weiter ihres Weges gehen. Sie könnte außerdem ihr Leben lang auf die Zufuhr von Vitamin C verzichten, wohingegen der Mensch an Skorbut verenden würde. Insulin und Cortison verursachen bei Mäusen Missbildungen. Dies konnte beim Menschen bisher noch nicht beobachtet werden.

Reaktion der Wifö

Leider erhielten wir trotz wiederholter Nachfrage keine direkte Auskunft von der Wifö. Jedoch veröffentlichte die Einrichtung eine Stellungnahme, laut der sie die von PETA und deren Unterstützern genannten Bedenken ernst nehmen und berücksichtigen werde. Wir werden weiterhin ein Auge darauf behalten.

Was ihr tun könnt

Auch bei alkoholischen Getränken könnt ihr darauf achten, nur Firmen mit einer tierfreundlichen Firmenpolitik zu unterstützen und deren Produkte zu kaufen. Schaut euch einfach unsere Liste mit tierversuchsfreien Produkten an.

Über den Autor

Nils

ist Fachreferent gegen Tierversuche bei PETA Deutschland.

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