Tierversuche

Tierschutzbericht 2015

Vergangene Woche wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zum zwölften Mal der Tierschutzbericht veröffentlicht.
Eines der insgesamt vierzehn Kapitel widmet sich den „Tierversuche[n] sowie Ersatz-und Ergänzungsmethoden“.

Die Bilanz ist auch in diesem Jahr erschreckend. 2.008.537 Tiere wurden direkt in Tierversuchen eingesetzt. Hinzu kommen 789.926 weitere Tiere, die im Rahmen von sogenannten Tierversuchsprojekten zu wissenschaftlichen Zwecken getötet wurden. Dazu zählen unter anderem Organentnahmen.
Versuche an Ratten und Mäusen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Was im ersten Moment wie ein kleiner Erfolg erscheint, stellt sich bei genauerer Betrachtung als klarer Irrtum heraus. 14.374 Schweine wurden im letzten Jahr für Versuchszwecke missbraucht, fast 12% mehr als im Vorjahr.

2002-11-Hund-Maisy-Tierversuch-IAMS-c-PETA-USAAlarmierend ist auch der Anstieg der Tierversuche an Hunden um mehr als 82%. In konkreten Zahlen heißt das, dass 4.636 Hunde im Jahr 2014 für Experimente benutzt wurden. Für Giftigkeitstests, sogenannte Hirnforschung und zahnmedizinische Untersuchungen leiden vor allem Hunde und Affen tagtäglich, nicht nur in deutschen Laboren, sondern weltweit.

Ebenfalls angestiegen ist auch die Zahl der Affen für Versuche um rund 31%. Kaum vorstellbar, dass im vergangenen Jahr alleine in Deutschland 2.842 Affen für Tierversuche herhalten und häufig sogar sterben mussten. Vor allem die sogenannte Grundlagenforschung kostet unzähligen Tieren das Leben. Hier wird oft geforscht um des Forschens willen.

Nicht nur Säugetiere, auch 272.925 Fische (Zunahme im Vergleich zum Vorjahr um fast 35%) wurden unter dem Deckmantel der Grundlagenforschung getötet. So untersucht man an ihnen beispielsweise den Prozess des menschlichen Alterns- an FISCHEN…!

Mit dem Tierschutzbericht soll die Umsetzung des „Staatsziels Tierschutz“ transparent gemacht werden. Allerdings lassen die vom BMEL herausgegebenen Daten noch einige Fragen offen. So lassen sie keine Rückschlüsse über die jeweilige Schwere des dem Tier zugefügten Leids oder die Anzahl transgener Tiere zu.

Fazit
Eine deutliche Abnahme von Tierversuchen lässt sich bisweilen nicht erkennen, geschweige denn ein kompletter „Ersatz“.
In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wurde eine Vielzahl an tierversuchsfreien Verfahren entwickelt. Zellkulturen, Bioreaktoren und moderne Computertechniken sind nur drei der unzähligen Alternativmethoden, die Forschern für eine zukunftsorientierte und ethische Wissenschaft zur Verfügung stehen.
Tierversuche behindern jedoch den wissenschaftlichen Fortschritt und stellen häufig sogar eine Gefahr für den Menschen dar. Sich von Tierversuchen abzuwenden ist daher nicht nur für die vielen Tiere, sondern auch für den Menschen unabdingbar.

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Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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