Tierversuche

Tierquälerei, Rassismus & mutmaßliche sexuelle Nötigung bei Militärdienstleister

Führender Militärdienstleister misshandelt Tiere und Angehörige der Streitkräfte

Eine erschreckende neue Augenzeugenermittlung von PETA USA sowie die dazugehörigen Dokumente enthüllen schockierenden Tiermissbrauch, Rassismus und Homophobie; hinzu kommen Berichte, wonach Angehörige der Streitkräfte unter Medikamenteneinfluss gesetzt und sexuell genötigt wurden, illegale und invasive Experimente an Menschen durchgeführt wurden und anderweitige grobe Verstöße durch den Militärdienstleister Deployment Medicine International (DMI) stattgefunden haben sollen.

DMI bezeichnet sich selbst als „größten Ausbilder der US-Streitkräfte im Bereich operativer Medizin“ und führt Kurse durch, in denen lebende Tiere in den Wald gebracht werden, wo man auf sie schießt oder einsticht, um grausame Übungen an ihnen durchzuführen. In den vergangenen Jahren hat DMI über 14.000 Schweine verstümmelt und getötet und mehr als 200 US-bundesstaatliche Übungsverträge im Wert von fast 10 Millionen Dollar erhalten.

Schweinen ins Gesicht geschossen; Körper aufgerissen

Das verstörende Augenzeugenvideo, das PETA USA vorliegt, wurde während eines DMI-Kurses gedreht, in dem operative und notfallgeeignete medizinische Fähigkeiten unterrichtet werden. Daran nahmen Angehörige der Air Force und der Navy teil sowie Zivilisten. Die Aufnahmen zeigen, wie mit Schrotflinten auf lebenden Schweine geschossen wird und mit Messern auf die Tiere eingestochen wird, um massive Blutungen hervorzurufen. Mitarbeiter von DMI rammten außerdem einen Metallstab durch das Bein eines Schweines, schnitten in den Unterleib des Tieres, zogen Teile der Innereien heraus, schossen dem Schwein ins Gesicht und zertrümmerten seinen Kiefer.

Auf dem Video ist auch zu sehen, wie ein Ausbilder von DMI fragt, ob ein Schwein, dessen Arterien durchtrennt waren, tot oder noch am Leben sei; als ihm gesagt wurde, das Schwein sei am Leben, antwortete er: „Cool. Vivisektion.“ Der Ausbilder schnitt dem Schwein anschließend die Brust auf und brach mit einer großen metallenen Rippenschere durch die Rippen des Schweins. Als ein Teilnehmer hörte, wie die Rippen brachen und unter dem Druck zerbarsten, fragte er Aussagen zufolge den Ausbilder, ob er in seinem früheren Leben einmal Metzger gewesen sei; dieser antwortete: „Nein – ich schaue oft Dexter.“

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Verstümmelte Schweine scheinbar noch bei Bewusstsein

Ein Kursteilnehmer sagt auf PETAs Augenzeugenvideo, dass ein Schwein, dessen Arterien durchtrennt worden waren, offensichtlich unzureichend betäubt war. Ein DMI-Mitarbeiter gab an, ein anderes Schwein, das mehrmals an den Gliedmaßen, der Brust, im Gesicht und am Kopf aufgeschnitten worden war, immer wieder anfing, zu Bewusstsein zu kommen.

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Schockierender Rassismus

In einer Diskussion um die Kontroverse der Tierlaboratorien, sagte ein DMI-Ausbilder in einem Raum voller Studenten, „Hadschis“ (Muslime, die zur heiligsten Stadt des Islam, nach Mekka, gepilgert sind) „wären noch besser“ für die tödlichen Trainingsübungen des DMI geeignet als Tiere.

Sexistische Bemerkungen

Ein DMI-Ausbilder machte sich über Schweine lustig, die angeschossen, erstochen und anderweitig verstümmelt worden waren und sagte, sie seien „in einen Sexshop gestolpert und … in allen steckten Gegenstände.“ PETAs Augenzeugen zufolge machte auch der DMI-Vorsitzende John Hagmann unangebrachte sexuelle Bemerkungen und sagte zu den Kursteilnehmern, die beste Art, herauszufinden, ob ein Blutbeutel voll genug sei, wäre, ihn zu drücken – dabei sollte er sich wie eine „Titte“ anfühlen, nicht wie eine „weiche Titte“, sondern wie eine „schöne, feste Titte“ und nicht so hart wie eine „falsche Titte“. Er sagte, wenn die Kursteilnehmer mit „dem Mädel mit den schönen Titten“ im lokalen Ableger der Restaurantkette Hooters darüber sprechen würden, dass sie auf Schweine schießen, würde die Frau nicht mit ihnen schlafen; aber ihr Freund würde möglicherweise PETA nahestehen.

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Homophobie

Während einer Einweisung zeigte der DMI-Vorsitzende aus Spaß ein Bild mit einem Symbol, das homosexuellen Sex zwischen Männern darstellte und mit einem roten Strich durchgestrichen war – als sei ein solches Verhalten verboten.

Angehörige der Streitkräfte sexuell genötigt und unter Medikamenteneinfluss gesetzt

Entsprechend dem grausamen und unangemessenen Verhalten, das PETAs Augenzeuge dokumentieren konnte, konnten wir auch unveröffentlichte Dokumente ausfindig machen, die zeigen, dass das Virginia Board of Medicine erst kürzlich die medizinische Lizenz des DMI-Vorsitzenden John Hagmann wegen Missbrauchs in anderen DMI-Kursen während der gleichen Zeitspanne außer Kraft setzte. Die Begründung lautete, sein Verhalten sei eine „substanzielle Gefahr für die öffentliche Gesundheit oder Sicherheit“.

Hagmann – früherer medizinischer Direktor des Geiselrettungsteams des FBI – soll Angehörige des Militärs physisch und sexuell genötigt und sie unter Medikamenteneinfluss gesetzt sowie gegen eine Reihe weiterer Vorschriften verstoßen haben.

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Dies sind einige der verstörenden Taten, die Hagmann im Bericht des Virginia Medical Board vorgeworfen werden:

  • Er rächte sich an einer Teilnehmerin, die sich hinsichtlich der Nutzung lebender Tiere während eines DMI-Kurses kritisch äußerte, indem er ihr Anweisungen wissentlich vorenthielt, die sie für zum Einsetzen eines Schlauchs in den Penis eines männlichen Teilnehmers dringend benötigt hätte.
  • Er beutete Kursteilnehmer zu seiner sexuellen Befriedigung aus, indem er an einem Teilnehmer eine unangebrachte rektale Untersuchung durchführte und ihn aufforderte, eine Penisuntersuchung und eine rektale Untersuchung an ihm zu vollführen, die er auch noch auf Video aufnahm. Weiterhin fasste er in einem Warenlager den Penis eines Teilnehmers an und fotografierte ihn, während der Teilnehmer betrunken war.
  • Während ein Teilnehmer unter Alkoholeinfluss stand und deshalb nicht in der Lage war, seine Zustimmung auszudrücken, demonstrierte Hagmann an seinem Penis, wie man eine Lokalanästhesie zur Schmerzausschaltung anwendet.
  • Er gab mehrere Rauschmittel (z.B. Viagra, Ketamin, Lorazepam u.a.) ohne die nötige Lizenz oder medizinische Notwendigkeit aus und wies nicht lizensierte Teilnehmer an bzw. autorisierte sie dazu oder gestattete ihnen, die Substanzen selbst einzunehmen, sie sich zu spritzen oder sie anderen zu verabreichen oder sie ihnen zu spritzen.
  • Er forderte Teilnehmer auf bzw. autorisierte sie dazu oder gestattete ihnen, an sogenannten „Ketamin-Labors“ oder „Alkohol-Labors“ teilzunehmen – und das, ohne das eine angemessene Überwachung bewilligt worden wäre. In diesen Tests wurde Teilnehmern ein Ketamin-Anästhetikum verabreicht und sie wurden angewiesen, große Alkoholmengen zu konsumieren (z.B. Rum, Bourbon, Bier usw.), damit Hagmann anschließend die kognitiven Effekte dieser Substanzen testen konnte.
  • Er wies Kursteilnehmer an und gestattete ihnen, invasive Eingriffe aneinander vorzunehmen – sie schnitten sich z.B. bis in das die Knochen umgebende Bindegewebe und nähten den Schnitt dann zusammen (dem Board zufolge verließ Hagmann während des Eingriffs den Ort des Geschehens, da er „nicht zuschauen“ konnte). Außerdem nahmen sich die Teilnehmer Blut und injizierten es wieder und führten Schläuche in Penisse ein. Diese Prozeduren wurden scheinbar nicht dokumentiert, sind nicht medizinisch zu rechtfertigen und wurden zudem nicht unter sterilen Bedingungen durchgeführt.

Eine Kultur der Tierquälerei

DMI ist kein Einzelfall. Eine Videorecherche von PETA aus dem Jahr 2012 dokumentierte das grausame und gefühllose Verhalten in einem ähnlichen militärischen Kurs unter der Leitung eines anderen Dienstleisters. Leiter und Teilnehmer der U.S. Küstenwache lachten und machten Scherze, während sie unzureichend sedierten Ziegen mit Baumscheren die Beine abschnitten.

Für die Nutzung und den Missbrauch von Tieren gibt es keine Entschuldigung

Ganz abgesehen von dem hier dokumentierten Verhalten, sind sich sowohl militärische als auch andere Institutionen einig, dass die Nutzung von Tieren in derartigen Kursen insgesamt unentschuldbar ist, bedenkt man die wesentlich besseren Simulationsmethoden, die der Markt bereits bietet. Teils aufgrund der Arbeit von PETA und PETA Deutschland, wurde es DMI bereits mehrmals untersagt, Tierlaboratorien für in Deutschland stationiertes Personal der U.S.-Armee zu betreiben, da „solche Tests an Tieren nicht notwendig sind … insbesondere da es alternative Übungsmethoden gibt“.

Dennoch: weiterhin werden Soldaten aus Großbritannien, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden in sogenannten Trauma-Trainings an lebenden Tieren „ausgebildet“.
Helft uns die grausamen militärischen Übungen an Tieren auch hier zu stoppen und beteiligt euch an unserer Petition!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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