Tierversuche

Tier-Experimentator wird Münchner Ehrenbürger

Der gebürtige Wiener Herzchirurg Prof. Dr. Bruno Reichart wurde zum Münchner Ehrenbürger ernannt – und das obwohl er zu den führenden Wissenschaftlern im Bereich der auf grausamen Tierversuchen basierenden xenogenen Forschung gehört.

Ziel dieser Forschung sind sogenannte Xenotransplantationen (von griechisch  xénos = Fremder). Darunter versteht man das Verpflanzen von lebenden Zellen und Organen von einer Spezies zu einer anderen, beispielsweise vom Schwein zum Affen oder auch vom Schwein zum Menschen. Dieses fremde Gewebe führt jedoch in der Regel zu heftigen Immunreaktionen und wird vom Körper des Empfängers schnell abgestoßen.

Prof. Reichart, der vor allem durch seine gewagten Organtransplantationen bei Menschen berühmt wurde, ist aktuell Koordinator des Sonderforschungsbereiches „Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). In diesem Projekt, das mit 13 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, wollen Wissenschaftler genmanipulierte Schweine „entwickeln“, die ihnen passende Organe für Transplantationen beim Menschen liefern und dabei eine verminderte Abstoßungsreaktion zeigen. Doch wie realistisch ist dieses Vorhaben? Und ist es überhaupt ethisch vertretbar?

Unzählige Tiere mussten bereits ihr Leben in grausamen Transplantationsexperimenten lassen. Meist werden Affen Organe von Schweinen in den Bauchraum eingepflanzt (z.B. ein Herz) und anschließend die Abstoßungsreaktion beobachtet. Die Tiere erleben die Zerstörung des transplantierten Organs durch das Immunsystem ihres eigenen Körpers bei vollem Bewusstsein und sterben qualvoll innerhalb weniger Tage oder Wochen nach der Operation. Folglich gab es bis heute auch noch keine einzige erfolgreiche Transplantation eines tierischen Organs in den Menschen, die dieser überlebt hätte.

Ethisch vertretbar sind derartig grausame Versuche mit Sicherheit nicht …und selbst, wenn es den Medizinern gelänge, Tiere in Zukunft als Ersatzteillager des Menschen zu nutzen, wäre der Hauptprofiteur die Pharmaindustrie, von deren teuren Immunsuppressiva die Organempfänger den Rest ihres Lebens abhängig wären.

Überdies sind Tierversuche schon laut Gesetz nur als letzte Maßnahme einzusetzen, wenn keine Alternative zur Verfügung steht. Und in diesem Fall gibt es sogar eine weitaus bessere Alternative: und zwar Organe von menschlichen Spendern, für die kein Lebewesen gequält oder extra getötet werden muss und die bereits seit vielen Jahren überaus erfolgreich transplantiert werden. Laut DSO (Deutsche Stiftung Organspende) gab es 2012 jedoch nur circa 19 potentielle Organspender pro Million Einwohner in Deutschland und die Zahlen sind sogar rückläufig. Eine Aufklärung der Bevölkerung und eine erhöhte Spendenbereitschaft von unserer Seite würden Millionen an unnötigen Forschungsgeldern einsparen und unzählige Tierleben und Menschenleben retten!

Wenn München nun also seinem Ruf als herausragendem Medizinstandort gerecht werden will, sollte die Stadt dafür sorgen, dass Forschungsgelder in die Entwicklung moderner, tierfreier Untersuchungsmethoden investiert werden und die Aufklärungsarbeit über Organspenden gefördert wird, anstatt einem gewissenlosen Forscher wie Reichart eine solche Ehre zuteil werden zu lassen.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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