Tierversuche

Der Milliarden-Dollar-Markt und die Sinnhaftigkeit tierfreier Versuchsmethoden

tierfreie Versuchsmethoden

Wissenschaftler/-innen von PETA und unseren Partnerorganisationen beschreiben in einem neuen Dokument, welche großen ethischen, wissenschaftlichen und finanziellen Vorzüge der Umstieg auf tierfreie Versuchsmethoden für Medikamente und Chemikalien mit sich bringt.

Seit langem ist bekannt, dass Tierversuche die Effekte auf die menschliche Gesundheit, wenn überhaupt, nur sehr bedingt vorhersagen können. Trotzdem werden neue Chemikalien, Pestizide, Pharmazeutika und andere Substanzen noch immer an Tieren getestet, wenn es um ihre behördliche Zulassung geht.

Alleine in Europa leiden und sterben rund 11,5 Millionen Tiere pro Jahr in Experimenten. Ihr Leidensweg ist bei vielen Versuchen lang und grausam.

Tierfreie Versuchsmethoden zeugen nicht nur von Mitgefühl

Die Ergebnisse sind auch besser auf den Menschen übertragbar und sie können sich als kostengünstiger erweisen. Wissenschaftler/-innen von PETA USA, PETA Deutschland e.V. und PETA UK widmen sich dem Thema in einem Dokument mit dem Titel „The Dollars and Sense of Animal-Free Testing“, veröffentlicht im Interdisciplinary Journal of Economics and Business Law (IJEBL, Jahrgang 6, Ausgabe 4, 2017; PDF des Artikels ist erhältlich). Sie zeigen darin die ethischen, wissenschaftlichen und finanziellen Vorzüge eines Umstiegs auf tierfreie Testmethoden für Medikamente und Chemikalien auf.

Unsere Wissenschaftler/-innen machen deutlich, dass Tierversuche nicht nur unzählige Tierleben kosten, sondern auch viel Geld. Manche Versuche schlagen mit hunderttausenden Dollars zu Buche. Hinzu kommt, dass sich die Ergebnisse von Tierversuchen in der Vergangenheit schon häufig nicht auf den Menschen übertragen ließen. Tierfreie Testmethoden verhindern somit nicht nur horrende Kosten – sie sorgen auch dafür, dass lebensbedrohliche Nebeneffekte vermieden werden.

Für innovative und auf den Menschen übertragbare Versuchsmethoden ohne Tiere gibt es mittlerweile einen Milliarden-Dollar-Markt. Die Autor/-innen empfehlen Unternehmen deshalb unter anderem in ihrer Veröffentlichung, in diesen Bereich zu investieren. Außerdem appellieren sie an Regierungs- und Industrievertreter, sich für effektive tierfreie Ansätze einzusetzen – im Sinne von Mensch und Tier.

„Die beste Testspezies für den Menschen ist zweifelsfrei der Mensch. Diese Erkenntnis basiert auf der Tatsache, dass es aufgrund der artübergreifenden Unterschiede in den Bereichen Anatomie, Physiologie und Biochemie unmöglich ist, am Tier gewonnene Daten direkt auf den Menschen zu übertragen.“ – Dr. MacLennan und Dr. Amos, Clinical Sciences Research Ltd, UK, 1990

Was ihr tun könnt

Europäische Gesetzgeber sagen schon lange, Ziel sei es, alle Versuche an Tieren einzustellen. Führende Experten aus der ganzen Welt fordern von der Wissenschaft eine systematische Überprüfung des wahren Einflusses von Tierversuchen. Gesetzgeber prüfen derzeit das Gesetz, das zu Versuchszwecken genutzte Tiere schützen soll. Wir müssen deshalb nun fordern, dass währenddessen alle Versuche an Tieren gestoppt werden. Bitte unterzeichnet PETAs dringendes Schreiben an die Europäische Kommission und das Europaparlament, in dem wir einen Tierversuchsstopp und eine systematische Überprüfung fordern.

Wir sollten darüber nachdenken, wie lange wir uns schon auf diese archaischen Prozeduren verlassen. Und wir müssen die Finanzierung und Entwicklung tierfreundlicher und für den Menschen relevanter Technologien vorantreiben. Denn genau dort liegt die Zukunft der Wissenschaft und der menschlichen Gesundheit.

Über den Autor

Christopher

Christopher ist promovierter Biologe und Mitglied des PETA International Science Consortium (PISC). Er setzt sich im Bereich der toxikologischen und ökotoxikologischen Chemikalientestung für den Ersatz von Tierversuchen durch Alternativmethoden ein. Christopher hält es mit Mahatma Gandhi, der sagte: "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen,
wie sie die Tiere behandelt".

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