Tierversuche

MEPs hinterfragen Tierversuche – erweiterte Debatte gefordert

In einer vielversprechenden Entwicklung für die Tiere baten Mitglieder des Europäischen Parlaments die Europäische Kommission diese Woche um eine wissenschaftliche Debatte hinsichtlich der Stichhaltigkeit von Tierversuchen in Bezug auf menschliche Krankheiten. Dies könnte für die 11,5 Millionen Tiere, an denen pro Jahr in Europa Versuche durchgeführt werden, weitreichende Konsequenzen haben.

Ausgelöst wurde die gestrige Debatte von einer europäischen Bürgerinitiative, über die mehr als 1,2 Millionen mitfühlende Europäer ein Ende der Tierversuche gefordert hatten. Die Parlamentsmitglieder wurden von wissenschaftlichen Experten näher informiert, die auch unsere seit langem gehegte Ansicht teilen, dass man keine guten Schlüsse zwischen Tieren und menschlichen Krankheiten bzw. menschlichen Reaktionen auf Medikamente ziehen kann.

Experimente an Tieren führen häufig zu teuren und nutzlosen klinischen Studien, die Menschenleben in Gefahr bringen und wissenschaftlichen Fortschritt verzögern können und für die zudem Millionen Tiere leiden müssen. Ein Prüfbericht aus dem Jahr 2014, der von einem Professor der Yale School of Medicine mitverfasst und in der angesehenen Medizinzeitschrift BMJ veröffentlicht wurde, besagt dazu: „Wenn die Forschung an Tieren auch weiterhin nicht in der Lage sein wird, erwartete Reaktionen beim Menschen einigermaßen verlässlich zu prognostizieren, dann scheint die anhaltende Billigung und Finanzierung präklinischer Tierforschung durch die Öffentlichkeit deplatziert.“

Es herrschte Einigung darüber, dass mehr in die Entwicklung und Nutzung hochmoderner, humaner und für den Menschen relevanter wissenschaftlicher Methodologien investiert und der Validierungsprozess für nicht-tierische Testmethoden beschleunigt werden sollte.

Zudem erkannten die MEPs an, dass die Frage um Tierversuche auch eine moralische Frage ist. Tiere empfinden Schmerz und Angst – genau wie wir – und sollten keinem Missbrauch oder Leid ausgesetzt sein, das aller Wahrscheinlichkeit nach illegal wäre, würde es anderenorts stattfinden.

Wir stehen in jedem Fall hinter dem Vorschlag auf eine umfassende wissenschaftliche, öffentliche Debatte um die Stichhaltigkeit des Tiermodells. André Ménache, einer der Organisatoren der Initiative, sagte dazu: „Tierversuche sind kein notwendiges Übel … Das Wort „notwendiges“ können wir dabei streichen, da wir über die Technologien verfügen. Übrig bleibt dann nur noch das „Übel“. Die Öffentlichkeit wird dieses Übel nicht tolerieren, sondern es wegfegen.“

Schließt auch ihr euch der Kampagne an, die Tierversuche für Kosmetika in der EU ein für alle Mal abschaffen will – schreibt den Verantwortlichen und den MEPs über unsere Petition.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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