Tierversuche

Klonen intensiviert Tierleid

Unsere PETA UK Kollegin erklärt in folgendem Text, wie Klonen Tierleid intensiviert:

Der 5. Juli 2016 war der 20ste Jahrestag der Geburt von Dolly dem Schaf. Dolly war das erste Säugetier, das aus einer adulten Zelle geklont wurde. Doch der Jahrestag ist ganz und gar kein Anlass zum Feiern. Dolly hatte verschiedene Gesundheitsprobleme, Gewichtsprobleme, litt schon früh unter Arthritis und unter Lungenkrebs. Ihr Leid hörte erst auf, als man sie schließlich mit 6 Jahren tötete – nach nur der Hälfte der natürlichen Lebenserwartung eines gesunden Schafes.

Lebenslanges Leid und früher Tod werden häufig mit dem Klonen in Zusammenhang gebracht. Tiermüttern werden chirurgisch Eier entnommen und geklonte Embryos eingesetzt. Der Prozess des Embryotransfers ist für Kühe derart belastend, dass nach britischem Recht vor dem Eingriff eine allgemeine Anästhesie bzw. eine Epiduralanästhesie verabreicht werden wird.

Doch die unnatürliche Schwangerschaft verursacht auch nach diesem Eingriff noch Tierleid. Geklonte Tiere sind häufig schwerer als ihre auf natürliche Weise gezeugten Artgenossen. Das bedeutet für die Mutter oft eine schwierige und schmerzhafte Geburt. In vielen Fällen wird auch ein Kaiserschnitt durchgeführt. Die Sterblichkeitsrate ist unter geklonten Jungtieren extrem hoch – sowohl während der Schwangerschaft als auch in der Zeit nach der Geburt. Dolly war unter 277 Versuchen das einzige ausgewachsene Tier, das überlebt hat. Hinzu kommt, dass geklonte Tiere zu einem geschädigten Immunsystem neigen und häufig unter Herzinsuffizienz, Atemproblemen oder Muskel- und Gelenkproblemen leiden.

Tiere zur Lebensmittelproduktion zu klonen, intensiviert das Tierleid nur noch weiter. Bereits jetzt leiden Milliarden von Tieren in der landwirtschaftlichen Tierhaltung: Sie werden unter großen Schmerzen verstümmelt, kastriert, sie leiden unter unbehandelten Wunden, können sich kaum bewegen und man verwehrt ihnen alles, was ihr Leben lebenswert macht. Es ist moralisch verwerflich, wissenschaftliche Techniken anzuwenden, um diese sensiblen Lebewesen an ihre körperlichen Grenzen zu treiben, nur damit Bauern Tiere produzieren können, die ihnen so schnell wie möglich so viel wie möglich einbringen.

Glücklicherweise hat das Europäische Parlament im vergangenen Jahr beschlossen, das Klonen sogenannter Nutztiere zu verbieten. Dieses Verbot muss allerdings auf alle Tiere erweitert werden – auch die, die der Mensch in medizinischen Versuchen ausbeutet, wie Mäuse, Affen, Katzen und Hunde.

Tiere zu klonen birgt Unmengen an Problemen. Ian Wilmut hat Dolly mit erschaffen. Er sagte dem Time Magazine: „Selbst, wenn man die gleiche Methode so konsequent wie nur möglich anwendet, hat man am Ende vielleicht einige Klone mit schweren Anomalien und andere mit weniger schweren.“  Viele Jahre und hunderte, vielleicht tausende Tiere später, hat sich die Effizienz der Technik kaum verbessert.

Das Klonen von Tieren wird immer ein wissenschaftliches Glücksspiel mit ihrem Leben bleiben. Wir haben kein Recht, Tiere zu quälen und ihnen Schmerzen zuzufügen, nur um Theorien zu testen. Würde jemand so etwas bei sich zu Hause machen, würde man ihn festnehmen und anklagen – wie die Psychopaten, die wir aus Krimiserien kennen. Nur weil die Menschen im Labor einen Kittel tragen, macht es das Ganze nicht weniger pervers.

Klonen löst weder medizinische Probleme, noch verbessert es die Lebensmittelproduktion. Es führt nur zu noch mehr Tierleid. Wenn wir aus Dollys Fall eins gelernt haben, dann, dass wir das Klonen von Tieren besser als eine Technik aus dem Bereich Science Fiction beibehalten sollten.

Tiere – ob geklont oder auf natürliche Weise gezeugt – unterscheiden sich biologisch, metabolisch und physiologisch betrachtet vom Menschen. Um Informationen über die Entwicklung des Menschen und über Krankheiten zu erlangen, haben die innovativsten Wissenschaftler der Welt diverse andere Methoden entwickelt – z. B. moderne Tests mit menschlichen Zellen oder Gewebe. Damit kann die Physiologie des Menschen wesentlich akkurater nachempfunden werden, als es mir Tierversuchen jemals der Fall sein würde. Diese innovative und humane Forschung ist unsere größte Hoffnung für den wissenschaftlichen und ethischen Fortschritt. Tiere zu quälen, entfernt uns nur weiter davon.

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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