Tierversuche

Statt Ice Bucket Challenge lieber Tierversuche auf Eis legen

Gastbeitrag von Dr. Neal Bernard

Während sich die „Ice Bucket Challenge“ viral in den sozialen Netzen ausbreitet, kippen sich die Promis reihenweise Eiswasser über den Kopf oder spenden für den guten Zweck – manche tun sogar beides. Wie der neue Hype begann, ist nicht ganz klar, aber klar ist, dass die „Ice Bucket Challenge“ eine Benefizaktion für die US-amerikanische Non-Profit-Hilfsorganisation ALS Association, kurz ALSA genannt, ist.

Leider sind sich viele Spender vermutlich nicht bewusst darüber, dass ein Großteil der Finanzmittel der ALSA-Forschung zur Züchtung gentechnisch veränderter Tiere eingesetzt wird, deren Symptome Parallelen zur menschlichen Form der Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) aufweisen sollen. Diese Tierversuche sind jedoch nicht nur grausam für die betroffenen Tiere, sondern auch schädlich für den Menschen, denn sie haben bis heute nicht zur Entwicklung einer für den Menschen wirksamen Behandlung geführt. Dies könnte zumindest teilweise daran liegen, dass sich die Forscher auf Genmutationen konzentrieren, die nur 5 bis 10 Prozent aller ALS-Erkrankungen betreffen. Die mangelnde Übertragbarkeit der Ergebnisse von Tierversuchen auf den menschlichen Patienten ist nicht nur eine herbe Enttäuschung, sondern zudem eine Verschwendung von Zeit, Ressourcen und Finanzmitteln.

Leidtragende sind letztlich die ALS-Betroffenen selbst, denn 90 Prozent aller Medikamente, die im Tierversuch Wirksamkeit versprechen, stellen sich im späteren Test am Menschen als unwirksam oder sogar unsicher heraus. Jedes zweite Arzneimittel wird nach seiner Zulassung aufgrund von Nebenwirkungen, die im Tierversuch nicht auftraten, wieder vom Markt genommen oder umbenannt.

Doch es gibt eine Lösung! Die medizinische Forschung ist nicht mehr auf veraltete Tierversuche angewiesen, denn große Fortschritte im Bereich der humanrelevanten Forschung geben Wissenschaftlern heute Aufschluss über die Entstehung, Prävention und Behandlung der Krankheit. So erforschen Wissenschaftler in der ALS-Forschung heute beispielsweise Motoneuronen, die aus den Hautzellen von ALS-Patienten gewonnen wurden. Mithilfe dieses Verfahrens wurde beispielsweise festgestellt, dass bestimmte Genmutationen die normale Funktionsfähigkeit von Motoneuronen beeinträchtigen – eine Wirkung, die im Mausmodell der ALS nie beobachtet wurde.

Der Einsatz von Forschungsgeldern in Technologien, die dem menschlichen Patienten unmittelbaren Nutzen bieten, ebnen den Weg hin zu besseren Erkenntnissen über die Entstehung von ALS und anderen Krankheiten und führen hoffentlich zu wirksamen Behandlungsmethoden.

Wenn auch Sie an der „Ice Bucket Challenge“ teilnehmen möchten, richten Sie Ihre Spende bitte an eine gemeinnützige Organisation, die ihren Schwerpunkt auf relevante und zukunftsgerichtete Forschungsmethoden ohne Tierleid setzen.

Die Organisation „Compassionate Care ALS“ (CCALS) beispielsweise bietet eine Vielzahl an Ressourcen für ALS-Betroffene und ihre Angehörigen – und die CCALS finanziert keinerlei Forschung mithilfe von Tierversuchen. Auf der Website HumaneSeal.org finden Sie weitere gemeinnützige Organisationen, die tierfreie Forschungsmethoden unterstützen.

Legen auch Sie Tierversuche auf Eis und unterstützen Sie ausschließlich eine ethisch vertretbare und wirksame Forschung.

Spenden Sie an eine gemeinnützige Organisation, die kein Tierleid verursacht!

Das ist ein Gastbeitrag von Dr. Neal Barnard, der Originaltext ist hier zu finden.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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