Schlagzeilen

Ein kleiner Erfolg – Geldbuße für vorbestraften Hundehalter

2011-12-14-Pferde-Hunde-Dautphetal-SAM_1198-c-PETA-DIm Winter 2011 deckten PETA-Ermittler eine tierquälerische Zwingerhaltung im hessischen Dautphetal auf. Die Zwinger wurden viel zu selten gereinigt, es stank entsetzlich und es befand sich sogar bereits verschimmelter Hundekot darin. Die Hunde waren außerdem viel zu dünn.

Am schlimmsten hierbei war die Tatsache, dass die Tiere ihr trauriges Leben ausschließlich in diesen Zwingern verbringen mussten – tagein tagaus ohne jemals nach draußen zu dürfen. Geöffnet wurde die Tür nur zum Füttern und Reinigen des Zwingers – das nur für ein paar Minuten, alle paar Tage.

Eigentlich ist auch das ein klarer Verstoß gegen die Tierschutz-Hundeverordnung, die angemessenen Auslauf vorschreibt. Traurigerweise liegt die Beweislast hier bei dem Tierfreund, der den Missstand entdeckt.

2011-12-14-Pferde-Hunde-Dautphetal-SAM_1211-c-PETA-DDoch wie beweist man das, dass ein Hund nie raus darf? Selbst eine Fotostrecke über mehrere Tage gibt keine Auskunft darüber, ob der Hund zwischen den einzelnen Bildern Freilauf hatte. Auch eine Zeugenaussage ist kein Beweis, denn sagt der Halter das Gegenteil, steht Aussage gegen Aussage. Gibt es sogar zwei Zeugen, so findet der Halter sicher einen Verwandten oder Bekannten, der ebenfalls seine Version bestätigt. Eigentlich unmöglich zu beweisen also.

PETA entschied sich in diesem Fall zu einer aufwändigen mehrtägigen Recherche. Mithilfe einer Kamera-Langzeitüberwachung konnten wir die Verstöße gegen die Hundehaltungsverordnung nachweisen. Es vergingen drei Tage zwischen der ersten und der zweiten Zellenöffnung. Drei Tage, in denen nicht gereinigt, nicht gefüttert wurde und die Hunde keinen Menschen zu Gesicht bekamen.

PETA informierte umgehend das Veterinäramt Marburg-Biedenkopf und erstattete Strafanzeige gegen Halter und Veterinäramt bei der Staatsanwaltschaft Marburg.

Kürzlich erging nun vom Amtsgericht Biedenkopf das langersehnte Urteil – der schon „erheblich wegen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in Erscheinung“ getretene Hundehalter hat eine Geldbuße von 300 Euro wegen Verstößen gegen die Hundehaltungsverordnung zu zahlen. Ein kleiner Erfolg!

Aus den Ermittlungsakten geht hervor, dass diese Tierhaltung dem Veterinäramt bereits seit 2007 bekannt war.

Leider funktioniert das mit der Langzeitvideoüberwachung nicht immer. Einem Bernhardiner in Einhausen konnten wir mit dieser Methode nicht helfen, er sitzt immer noch im Zwinger – trotz unserer Aufnahmen. Das Veterinäramt hat die Aufnahmen nicht anerkannt, da sie heimlich angefertigt wurden. Öffentlich hätte es der Halter selbstverständlich nicht erlaubt. Wir haben daraufhin Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt erstattet, das Verfahren läuft. Die ganze traurige Geschichte könnt Ihr hier nachlesen.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen