Whistleblower liefert erstmals Beweise gegen grausamen Lebendexport
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Whistleblower liefert erstmals Beweise gegen grausamen Lebendexport

Lebendexport von Schafen über Schiff
© Facebook / 60 Minutes Australia

Update:

Im August 2018 gab die australische Regierung bekannt, dass dem zuständigen Exportunternehmen Emanuel Export PTY Ltd, nach intensiven Ermittlungen die Exportlizenz entzogen wurde. Den genauen Grund für diese Entscheidung hat die Behörde in ihrem Statement leider nicht angegeben. Emanuel Export zeigt auch weiterhin kein Mitgefühl und kündigte an, gegen den Verlust seiner Lizenz Berufung einzulegen. Den Tieren zuliebe hoffen wir, dass die australische Regierung standhaft bleibt und weitere Qualtransporte durch das Exportunternehmen verhindert.

Tote Tiere über Bord geworfen

Man sollte meinen, dass Tiere bei einem Lebendexport auch lebendig ankommen. Videoaufnahmen, die vom australischen Nachrichtenmagazin 60 Minutes veröffentlicht wurden, zeigen erstmals die komplette Bandbreite der Missstände australischer Lebendexporte. Die Bedingungen an Bord sind so gravierend, dass viele Tiere verhungern, verdursten, zertrampelt werden oder der enormen Hitze an Bord erliegen. Ihre toten Körper werden einfach ins Meer geworfen. Ein mutiges Crewmitglied konnte die Zustände nicht länger mitansehen und dokumentierte auf fünf verschiedenen Fahrten das Grauen, das er täglich mitansehen musste.


(den kompletten Beitrag könnt ihr euch hier auf englisch anschauen) 

Überfüllte Schiffe und keuchende Tiere

Etwa 60.000 Tiere werden für eine Fahrt von Australien in den Mittleren Osten dicht zusammengedrängt auf ein Schiff verladen. Durch die Enge haben viele Schafe keinen regelmäßigen Zugang zu Essen und Trinken. Nur die stärksten schaffen es an die Tröge. Allesamt stehen und liegen sie tagelang in ihren eigenen Fäkalien und leiden unter der enormen Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit auf dem Schiff. Die Aufnahmen, die im August 2017 entstanden sind, zeigen schwer keuchende Tiere mit heraushängender Zunge. Mitten unter ihnen verwesende Artgenossen, die den unerträglichen Temperaturen nicht länger standhalten konnten.

Keine Schonung für schwangere Tiere

Obwohl schwangere Tiere nach australischem Gesetz gar nicht exportiert werden dürfen, berichtet der Augenzeugen, dass einige Schafe unter diesen Umständen ihre Kinder zur Welt bringen mussten. Die Kleinen hatten oftmals keine Überlebenschancen, da sie  im Gedränge ihre Mütter verloren oder von den umstehenden Tieren zertrampelt wurden. Der Whistleblower berichtet zudem, dass Crewmitglieder immer wieder dazu aufgefordert wurden, den Lämmern die Kehle aufzuschlitzen. Über 2.400 Tiere waren am Ende der Reise tot.

Illegaler Handel

Die Zustände an Bord widersprechen den Australischen Tierschutzgesetzen auf mehreren Ebenen und sind eigentlich illegal. Als der zuständige Minister David Littleproud mit den Aufnahmen konfrontiert wurde, stammelte er lediglich, dass Australien die weltweit höchsten Tierschutzstandards bei Lebendexporten habe. Doch erstmals belegen Bilder die Gesetzesverstöße, was den Druck auf das australische Landwirtschaftsministerium erhöht. Der Agrarminister versprach, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und veranlasste erste Ermittlungen. Zudem wurde die Verschiffung weiterer Tiere, durch das Exportunternehmen „Emanuel Exports“ auf dem die Aufnahmen entstanden sind, vorerst verhindert. Ein erster und wichtiger Schritt, um einem kompletten Verbot der grausamen Lebendexporte entgegen zu steuern.  

Was du tun kannst?

Unterzeichne unsere Petition an den australischen Premierminister und fordere Ihn dazu auf, Lebendexporte umgehend zu stoppen.

Zudem hilft es, wenn du keine Wolle mehr trägst. Viele Schafe die in den Nahen Osten transportiert werden, sind ehemalige Wollschafe. Sobald ihre Wollleistung nachlässt, haben sie für den Schäfer keinen Wert mehr. Um noch ein letztes Mal von ihnen zu profitieren, werden sie an australische Schlachthäuser verkauft oder eben ins Ausland verschifft, wo ebenfalls ein grausamer Tod auf sie wartet. Aber keine Sorge, es gibt viele tolle Alternativen zu Wolle, für die kein Tier leiden muss.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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