Schlagzeilen

Abscheuliche Tierquälereien in Krefeld: mutmaßlicher Täter nun gefasst

UPDATE Dezember 2013: Das Jugendschöffengericht Krefeld hat die geständige 17-Jährige zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Zudem wird das Mädchen weiterhin psychiatrisch betreut. Mindestens für den Zeitraum ihrer Bewährungsstrafe soll sie in einer betreuten Wohngruppe untergebracht sein – außerhalb von Krefeld.

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Heute möchten wir über eine sehr aufwühlende Geschichte aus der Region Krefeld berichte. Drei Wochen sorgten brutale Tierquälereien für große Unruhe in dieser Region:
Schafbock Piet wurde vom 23. auf den 24. Mai auf dem Gelände des Bauernhofs Mallewupp enthauptet
– Messerattacken auf zwei Pferde auf dem Kirschkamper Hof vom 30. auf den 31. Mai
– In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni wurde dem Pony Simbad der Kopf abgetrennt
– Am 13. Juni wurde in Moers-Kapellen ein Shetlandpony durch Messerstiche schwer verletzt

Schaf-1998331Medium-c-Robert-Fullerton-istockphoto.comDas Besondere an dieser Tierqualserie: es wurden an den Tatorten „Bekennerschreiben“ hinterlassen, die mit „Euer Tierquäler“ unterzeichnet waren. Der Täter schien sich also auch noch an der über seine Taten entstandenen Aufregung zu ergötzen. Die Angst und Wut in der Region kochte.

Die Polizei ging offenbar schnell davon aus, dass es sich um einen hochgefährlichen Täter handeln müsse  – eine „tickende Zeitbombe“. Außerordentlich schnell wurden erste Tatverdächtige festgenommen. Im Zuge der Ermittlungen stieß man auf eine derzeit als tatverdächtig geltende Person.

Dann die Überraschung: es handelt sich um ein 17-jähriges Mädchen. Sie wurde Medienberichten zufolge zwei Tage lang im Polizeipräsidium verhört und hat ein Teilgeständnis abgelegt. Ob das Mädchen alle Pferd-022-c-freiTaten in der Region begangen hat, ist derzeit  noch nicht klar.

Zunächst möchten wir ein großes Lob an die Behörden aussprechen, dass der Fall sofort ernst genommen und so effektiv und schnell ein Täter bzw. eine Täterin ermittelt wurde. Zuletzt sollen etwa 20 Beamten im Einsatz gewesen sein. Noch vor zehn oder 20 Jahren wäre bei einem solchen Tierschutzdelikt  vermutlich nicht so schnell reagiert worden, geschweige denn so zeitig ein Täter/eine Täterin ermittelt worden.

Heutzutage hat man erkannt, dass Menschen, die Tiere quälen, es selten dabei belassen. Laut Dr. Christoph Paulus von der Universität Saarland, haben 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter zuvor bereits Tiere gequält. Zahlreiche Studien und Fallbeispiele belegen den Zusammenhang zwischen Tierquälerei und späteren Delikten am Menschen. Pädagogen, Staatsanwälte und Gerichte nehmen Tierquälerei glücklicherweise inzwischen deutlich ernster. Diese Entwicklung begrüßen wir sehr.

Tierquälerei ist eine Straftat gemäß § 17 des Tierschutzgesetzes und wird (bei erwachsenen Tätern) mit Geldbuße oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet. Das Jugendstrafrecht sieht glücklicherweise weitere Reaktionsmöglichkeiten vor, beispielsweise eine Unterbringung in der forensischen Psychiatrie. Hier kann der Täter angemessen therapiert werden, so dass er später keine Gefahr mehr darstellt – weder für Menschen noch für Tiere.

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Broschüre zum Thema Tierquälerei
(Bestellung oder Download möglich)

Wie Eltern reagieren können, wenn sie merken, dass ihr Kind Tiere quält, könnt Ihr hier nachlesen.

Ausführliche Informationen über den Zusammenhang von Tierquälerei und späterer Gewalt am Menschen haben wir
hier zusammengestellt.

Zurück zum Fall Krefeld: Nach Einschätzung der Polizei müssen Tierhalter in der Region keine weiteren Taten durch dieses Mädchen befürchten. Man geht davon aus, dass von ihr keine Gefahr mehr ausgeht. Ein Polizeisprecher äußerte sich hierzu: „Es war wichtig für den Täter, dass er unbekannt war. Nun haben wir ihn aus der Anonymität herausgezogen.“

Gestern hat zu den Ermittlungen eine Polizei-Pressekonferenz stattgefunden, umfassende Ermittlungsdetails könnt Ihr hier nachlesen. Vor der Polizeiwache fand eine Demonstration von Tierschützern statt.

PETA Deutschland apelliert an die Behörden, den Fall nach wie vor ernst zu nehmen, ihren Handlungsspielraum – auch in Bezug auf den Einsatz von psychologischen Maßnahmen – konsequent auszuschöpfen und dafür Sorge zu tragen, dass dauerhaft keine Gefahr mehr von dem Mädchen ausgeht.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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