Haustiere

Traurig – Wuppertaler Zoohändler verkauft Katzenbabys!

Zoohandel Katzenbabys

Whistleblower-Meldung: Katzenkinder im Zooladen

Kürzlich erreichte uns die Meldung, dass der Wuppertaler Zoohandel „Zoo-Schlüter“ in seinem Laden Katzenbabys anbietet. Der Händler ist offenbar stets auf der Suche nach neuen „Hauskatzen“. Diese sollen dann in seinem Geschäft weiterverkauft werden. Wir waren entsetzt! Wörtlich steht auf einem Schild im Laden:

„Wir nehmen z. Zt. wieder Hauskatzen im Alter von 8-10 Wochen an.“

Zoohandel Schild Katzenbabys

Es ist uns nicht erklärlich, wie ein Händler derart verantwortungslos handeln kann. Auf unsere schriftliche Anfrage  kam bis heute keine Reaktion. Wir fordern, den Verkauf von Katzenbabys umgehend zu beenden und auch in Zukunft keine Katzen mehr anzubieten.

Zoohandel Katzenbabys Glas
Die Katzenbabys werden wie Ware hinter Glas angeboten.

Die Tiere auf den Bildern sind offenbar bereits verkauft worden, da sich momentan keine Katzen im Laden befinden sollen. Telefonisch wird Interessenten allerdings offen mitgeteilt, dass weitere Tiere verkauft würden, sobald „Nachschub“ da ist (Stand 25.07.2017). Auf der eigenen Internetseite (26.7.2017) rühmt man sich als Traditionsunternehmen und ist stolz auf das große „Tier-Sortiment“. Wörtlich heißt es:

Wir sind ein tierführender Fachhandel, der neben den gefiederten Freunden aller Art Reptilien, Fische, Hunde, Katzen und Nagetiere und natürlich auch sämtiliches [sic!] Zubehör und Futtermittel anbietet.“

Eine derartige Werbung für fühlende sensible Lebewesen stimmt uns traurig. Tiere sind keine Ware!

Katzenbabys im Handel – was genau ist das Problem?

1. Überquellende Tierheime

Schon jetzt können die Tierheime die scheinbar nicht endende „Flut“ an Katzen kaum mehr bewältigen. Jedes Jahr müssen sie schon jetzt über etwa 130.000 Katzen aufnehmen. Jede neue verkaufte Katze nimmt einem heimatlosen Tier die Chance auf ein neues Zuhause und verschärft die bereits dramatische Situation weiter. Dabei ist es nicht wichtig, ob die Tiere „von privat“ oder von einem Züchter kommen.

2. Katzen benötigen Familienanschluss – vor allem Babys!

Es ist kaum zu ertragen, die kleinen Samtpfoten wie ausgestellte Ware hinter dem Schaufensterglas zu sehen. Katzenkinder benötigen permanente Fürsorge. Zum einen muss die Trennung von der Mutter verarbeitet werden. Zum anderen sollten die Tiere in ihrer wichtigen Prägephase nicht wie „Wanderpokale“ weitergereicht werden. Durch die „Zwischenlagerung“ im Zoohandel drohen erhebliche Sozialisierungsprobleme. Kein Tier hat es verdient, wie ein Verkaufsartikel ausgestellt zu werden. Ein Glaskasten im Zooladen ist sicher kein geeigneter Ort für ein Katzenbaby!

3. Zwei Millionen heimatlose Katzen

Vor dem Hintergrund der schätzungsweise zwei Millionen heimatlosen verwilderten Katzen, die durch Deutschlands Parks, Parkhäuser, Hinterhöfe und Gartenanlagen streifen, ist JEDER Verkauf (und die Zucht) neuer Tiere verantwortungslos. Denn die domestizierten Tiere sind nicht für ein Leben in der Natur gerüstet und sterben ohne menschliche Fürsorge oft frühzeitig und nicht selten qualvoll. Zudem vermehren sie sich unkontrolliert und leiden an zahlreichen, teilweise hochansteckenden Erkrankungen, die auch Katzen gefährden, die ein Zuhause und Freigang haben.

4. Förderung von Spontankäufen

Die niedlichen jungen Katzen locken natürlich Kunden in die Zoohandlung. Spontankäufe sind die mögliche Folge. Unüberlegt werden möglicherweise Katzenkinder von Menschen gekauft, die andernfalls kein Tier bei sich aufgenommen hätten. Sie erliegen schlichtweg dem putzigen Aussehen der Tiere.

Zoohandel Babykatzen
Ein Zooladen ist sicher kein geeigneter Ort für Katzenkinder.

Was sagt die Zoohandelsbranche zum Verkauf von Katzen?

Sogar der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (Verband der deutschen Heimtierbranche) untersagt seinen Mitgliedern das Anbieten von Hauskatzen (gilt leider nicht für „Rassekatzen“). Er fordert diese hingegen auf, die örtlichen Tierheime zu unterstützen – verschriftlicht in den Heidelberger Beschlüssen:

„Hauskatzen werden von Mitgliedsfirmen des ZZF nicht angeboten. Der Zoofachhandel unterstützt die örtlichen Tierschutzvereine in ihrem Bemühen, die für die in ihrer Obhut befindlichen Katzen, Hunde und anderen Tiere ein neues Heim zu finden.“

Was ist PETAs grundsätzliche Auffassung?

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: PETA spricht sich grundsätzlich gegen den Verkauf von Tieren im Zoohandel aus! Unzählige Tiere leiden und sterben in der Zoohandelsbranche – unabhängig ob Kleintier oder Exot.

Was du tun kannst

  • Informiere dich über das Leid der Katzen und unterstütze unsere Forderung nach einem Heimtierschutzgesetz!
  • Wann immer du Zeuge von Tierleid wirst, zögere bitte nicht, aktiv zu werden und die Behörden einzuschalten oder fülle unser Whitleblower-Formular aus!
  • Kaufe niemals eine Katze bei einem Züchter oder Händler, sondern adoptiere deinen tierischen Freund immer aus einem Tierheim!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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