Haustiere

Tierschutzgesetz: Auch tierische Mitbewohner außen vor

Schlussendlich wurde heute der Text des novellierten Tierschutzgesetzes veröffentlicht – das nehmen wir zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass diese Neuerungen nicht nur für Tiere in nahezu allen Bereichen die Ausbeutung durch den Menschen betreffend unfassbar enttäuschend ist, sondern dass zudem die tierischen Mitbewohner übergangen wurden.

    © Marc Rehbeck für PETA Deutschland e.V.
© Marc Rehbeck für PETA Deutschland e.V.

In unserem Land, das für seine Regelungswut weltweit bekannt und gefürchtet ist, klaffen eklatante rechtsfreie Lücken im Bereich der privaten Tierhaltung. Allein für Hunde bietet die Tierschutz-Hundeverordnung ein wenig – aber bei Weitem keinen ausreichenden – Schutz; explizit erlaubt bleiben Zwinger- und Anbindehaltung.

Doch all die anderen tierischen Mitbewohner haben eigentlich – – – – – – nichts! Es fehlen rechtsverbindliche Vorschriften zu Mindestmaßen von Käfigen, zu Gruppenhaltung von sozial lebenden Tieren, zum täglichen Auslauf beziehungsweise Flug. Die Folge: Millionen Tiere – Kaninchen, Meerschweinchen, Wellensittiche, Papageien, Mäuse, Schildkröten und so fort – leiden im Verborgenen: einsam in kleinen Käfigen oder Terrarien, im Kinderzimmer, im Wohnzimmer, im Garten.

Selbstverständlich sollte für alle Tiere das Tierschutzgesetz gelten. Und § 2 TierSchG schreibt unter anderem vor, dass jeder der ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, (…) das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen (zu) ernähren, (zu) pflegen und verhaltensgerecht unter(zu)bringen“  hat.

Doch ein Käfig, in dem so viele Tiere ihr Leben verbringen müssen, kann niemals ein tiergerechter Lebensraum sein! Eine Einzelhaltung entspricht nie den Bedürfnissen von soziallebenden Tieren.

Haltung bedeutet immer Einschränkung – daher sie muss so tiergerecht wie möglich gestaltet werden. Also: tierische Mitbewohner haben ein Recht auf rechtsverbindliche Haltungsvorschriften. Deswegen fordern wir von Ministerin Ilse Aigner ein Heimtierschutzgesetz. Und wir bitten euch, uns und die Tiere auch darin zu unterstützen.

Verpflichtende Sachkundenachweise für Tierhalter würden darüber hinaus selbstverständlich eine begrüßenswerte Ergänzung darstellen – wir sind uns sicher, dass verantwortungsvolle Tierfreunde entsprechende Regelungen unterstützen würden: dem Wohle der Mehrheit der Tiere zuliebe.

Übrigens: es gibt Länder, in denen Vorschriften für die Privathaltung bereits existieren. So ist in der Schweiz zum Beispiel zumindest die Gruppenhaltung von soziallebenden Tieren – wie z.B. Kaninchen oder Meerschweinchen – obligatorisch.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen