Haustiere

Taubenwettflüge: Viel Tierleid für den finanziellen Profit

Wenn in den lokalen Medien über Taubenwettflüge berichtet wird, sind die Artikel meist positiv: veröffentlich wird, welche Taube welches Züchters wann wo am Schnellsten nach Hause zurückgeflogen ist. Nicht berichtet wird dagegen in der Regel über das Leid der Tiere, die für die Flüge von ihrem Partner oder ihren Kleinen getrennt werden – oder von den Tauben, die es nicht zurück schaffen. Viele Tiere sterben auf den Flügen qualvoll oder stranden in einer fremden Stadt, wo die domestizierten Vögel ein hartes und entbehrungsreiches Leben als Stadttauben führen müssen.

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Tiere als Ware: Taube auf dem Dreikönigsmarkt in Straubing

Heute aber dominieren kritische Artikel die Zeitungen, denn die Polizei ermittelt gegen zwei Taubenzüchter aus Hagen. Medienberichten zufolge fahren die beiden Männer, die durch Arbeitslosengeld unterstützt werden, ein teures Auto und führen insgesamt einen gehobenen Lebensstil – vermutlich finanziert durch ihre Taubenzucht und Taubenwettflüge! Denn das ist durchaus lukrativ: bei Wettflügen winken teils hohe Gewinne. Zudem wird die Nachzucht, die nicht getötet wird, gewinnbringend verkauft.

Finanzieller Betrug steht im Vordergrund, das Leid der Tiere wird ignoriert

Wir finden es schade, dass nur der mutmaßliche finanzielle Betrug den Staat auf den Plan ruft – und nicht das Leid der Tiere. Dabei ist das Leben für die Tiere oft trostlos und gefährlich: Unserer Auffassung nach verstoßen Taubenwettflüge gegen das Tierschutzgesetz und müssen verboten werden.

Leider scheinen sowohl Medien als auch Staatsanwaltschaften davon auszugehen, dass Taubenzüchter per se Tierfreunde seien. Doch wer seine Tiere liebt, setzt sie nicht bewusst unzähligen tödlichen Gefahren aus – jedes Wochenende wieder!

Taubenzüchter und der Profit

Taubenzüchter, die ihre Tiere zu Wettflügen von ihrem Partner und ihren Kleinen trennen um sie hunderte Kilometer weit weg zu bringen, wissen um die Ansteckungsgefahr mit gefährlichen Krankheiten, die in den Transportern droht, mit denen dieTiere zu entfernten Auflassorten gefahren werden.

Taubenzüchter wissen ebenso um „Verluste“, sie setzen ihre Tauben bewusst der Gefahr aus, nicht nach Hause zurückzukommen, weil sie an Dehydration, Erschöpfung oder Verletzungen qualvoll sterben oder nicht zurück finden.

Die Grenzen der „Tierliebe“ zeigen sich darüber hinaus bereits in der Haltung der monogamen Tiere, die oft nur kurze Momente oder bestimmte Phasen mit Ihrem Partner verbringen dürfen – und ansonsten bewusst getrennt werden.

Das Wohl der Tauben versus Leistung und Auslese

Wie wenig viele Züchter am Wohl ihrer Tauben interessiert sind zeigt sich krass in der „Auslese“: Es geht nicht nur darum, dass Taubenzüchter festlegen, welche Tiere sich fortpflanzen „dürfen“ (oft nicht selbstgewählten Paare), sondern es werden auch weniger leistungs- oder orientierungsstarke Tiere umgebracht!

Davon weiß auch die Bundesregierung. In der Beantwortung einer kleinen Anfrage aus dem Jahr 2011 heißt es, dass u.a. ein Bundesland mitteilte, dass tierschutzrelevante Beanstandungen festgestellt wurden beim „Merzen von Tieren mit Minderleistung ohne Verwendung als Lebens- oder Futtermittel“.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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