Haustiere

Ruhe in Frieden, Peaches – deine Schänder sind nun hinter Gittern

Die Tierretter von PETA USA fanden Peaches durch reinen Zufall, als sie in der kleinen Gemeinde Emporia im US-Bundesstaat Virginia von Tür zu Tür gingen. Sie waren auf der Suche nach dem Eigentümer eines Hundes, den sie herumstreunend und allein auf einem vielbefahrenen Highway gefunden hatten. Zufällig kamen sie dabei an drei freilaufenden Welpen in einem Garten vorbei. Die Eigentümer, ein Mann und seine Tochter, sagten, dass sie die Welpen nicht behalten wollen und übergaben sie. Da die Mutter der Welpen nicht erwähnt wurde, fragten die Mitarbeiter nach ihr. Die Tochter sagte ja, sie wäre hier und die Außendienstmitarbeiter könnten auch sie mitnehmen. Nachträglich erwähnte der Vater, dass das Hundehalsband „an ihrem Hals scheuerte“ und fragte, ob sie sie trotzdem noch haben wollten.

Natürlich wollten sie…

Als sie sich der Hündin näherten, nahmen unsere Außendienstmitarbeiter sofort den Geruch einer Infektion wahr. Der dürre schwarze Labrador-Pitbull-Mix kauerte in einer maroden, verschlagartigen Hundehütte, die mit Holzbrettern und einer Plane zusammengeschustert war. Sie hatte kein Essen, Wasser oder irgendeine Art Liegestätte/Schlafplatz – trotz der klirrend kalten Temperatur von 2 Grad Celsius. Die Kette, an die sie gefesselt und an einem verschlossenen Pflock befestigt war, war so verworren, dass sie sich lediglich ein paar Schritte bewegen konnte.

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Aber das war nicht der schlimmste Teil, bei weitem nicht, sondern:

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Selbst unsere erfahrenen Außendienstmitarbeiter waren von Entsetzen gepackt: Peaches zu enges Halsband war so lange an ihr gewesen, dass es eingeschnitten und eine massive, nässende Wunde verursacht hatte. Der entsetzliche Geruch von totem Gewebe und der Infektion ließen ihnen Tränen in die Augen steigen.

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An einer Stelle war Peaches Halsband kaputt. Aber anstatt es zu entfernen oder zu ersetzen, „reparierten“ ihre Besitzer es mit Draht, was ihr nur zusätzliches Leiden bescherte. Der Draht sägte tief in ihren Hals und verursachte eine klaffende Wunde, die von infektiösem Gewebe umschlossen wurde. Peaches kauerte sich zusammen, als die Besitzer versuchten, sie an ihrem Halsband aus ihrem Haus zu ziehen, während sie mit der verängstigten Hündin schimpften „come on!“. Trotz der fürchterlichen Qualen war sie geduldig, Peaches knurrte oder schnappte nie, aber ihre Augen waren wirr vor Angst.

In dem Wissen, dass nur die leichteste Berührung Stoßwellen an Schmerzen verursachen würde, versicherten die PETA USA-Mitarbeiter eilig gegenüber Peaches Eigentümer, dass wir sie zum Transporter locken würden, anstatt sie zu zwingen. Die Angestellten legten eine Essensspur, die die ausgehungerte Hündin hungrig zu unserem Transporter folgen ließ, während die Angestellten Kette und Pflock nebenher trugen, um ihre Beschwerden zu minimieren. Peaches Besitzer schienen völlig gleichgültig gegenüber ihrer offensichtlichen Qual zu sein. Ihre einzige Sorge war, dass die Angestellten die „Kette zurückgaben“.

Die Welpen wurden zu den Tierheim Virginia Beach SPCA gebracht, wo sie schnell adoptiert wurden. Nachdem man Peaches ein herzhaftes Essen gegeben hatte, erlösten PETA USAs Außendienstmitarbeiter sie von ihrem Leiden. Ihr Autopsiebericht zeigte, dass die massive Wunde, verursacht durch das einschneidende Halsband, ganze 3,81 cm tief war, nur Millimeter entfernt von ihrer Halsader und Luftröhre. Der Tierarzt stellte fest, dass sie für Wochen gelitten haben musste, wenn nicht für Monate, um solch eine katastrophale Wunde zu entwickeln.

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Wir werden nie genau wissen, wie es Peaches in den Händen dieser Leute ausgehalten hat, aber es ist wahrscheinlich, dass sie ihre Welpen draußen in der Kälte geboren hatte, allein und verängstigt, während ihr Hals klopfte vor Schmerz. Es ist kein Wunder, dass sie selbst bei der sanftesten Berührung zurückschreckte.

Hundebesitzer zu Gefängnisstrafe verurteilt

PETA USA erhob Anklage gegen die Eigentümer von Peaches und in der letzten Woche sind sie zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten und zu zwei Jahren Bewährung verurteilt worden (der Mann wird letztendlich sechs der 12 Monate und seine Tochter drei Monate verbüßen). Viel wichtiger: Es wurde ihnen verboten, jemals wieder Tiere zu halten.

Sei auch du ein Held für Tiere

Lass andere Hunde nicht dieses schreckliche Schicksal erleiden. Peaches Fall ist besonders entsetzlich, aber es ist nicht ungewöhnlich, dass „vergessene“ Hunde in Hinterhöfen Verletzungen von einschneidenen Halsbändern, unbehandelte Wunden oder Krankheiten ertragen müssen. Bitte hab´ ein offenes Auge für angekettete Hunde in deiner Gegend und melde jegliche mutmaßliche Misshandlung oder Vernachlässigung direkt den zuständigen Behörden. Besuche unsere Hompage für tierische Mitbewohner sowie unsere Seite „Wenn Sie Zeuge von Grausamkeit werden..“, um zu erfahren, wie du dich als Tierretter einsetzen kannst.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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