Haustiere

Reptilien und Salmonellen: neue Studie

An der Universität Leipzig wurde eine neue Studie veröffentlicht, die den Zusammenhang von Salmonelleninfektionen, die von Reptilien auf Kleinkinder übertragen wurden, aufzeigt. In 15 der 19 überprüften Haushalte konnten die gleichen Krankheitskeime sowohl bei den Tieren als auch Kindern festgestellt werden. Interessant an dieser Studie ist auch, dass diese Salmonellenkeime nicht nur an der Kloake des Tieres, sondern auch auf der Haut oder im Rachen nachgewiesen werden konnten.

Diese Studie ist nicht die erste, die zu diesem Ergebnis kommt. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass sich bis zu 90 Prozent der in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien, Salmonellenerreger in sich tragen und somit Infektionsquellen sind. Salmonelleninfektionen können zu schweren Erkrankungen und sogar bis zum Tod führen. Besonders gefährdet sind laut Experten Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Hier reicht schon eine geringe Anzahl von Salmonellen aus, um eine Infektion auszulösen. Wir erinnern uns an den besonders tragischen Fall vom Jahr 2011 in Österreich, als ein 13 Monate altes Kind an einer Salmonelleninfektion starb.

Die Übertragung erfolgt dabei nicht nur direkt, sondern auch indirekt durch Gegenstände, Hände oder Kleidung der Eltern. Es reicht, wenn z. B. Kinder auf einem Teppich spielen, auf dem vorher eine Schlange, Echse oder Schildkröte lag. Dies betrifft also nicht nur die Privathaltung, sondern auch den Besuch von Tierbörsen oder Reptilienausstellungen.

Neben diesen ernstzunehmenden Gesundheitsrisiken darf auch das Leid der Tiere nicht vergessen werden. Eine artgerechte Haltung von Reptilien ist in Gefangenschaft nicht möglich. Zudem ist die Haltung nicht nur extrem kostspielig, sie erfordert auch ein umfangreiches Wissen. Unkenntnis über die unterschiedlichen Anforderungen an Licht, Feuchtigkeit, Wärme, Belüftung, Substrat und vielem mehr führt vielfach zu Krankheit und Tod der Tiere. Insbesondere im Sommer entkommen zahlreiche exotische Tiere aus ungesicherten Terrarien oder werden ausgesetzt. Für einige dieser Tiere sind die Überlebenschancen in Freiheit in unseren Breitengraden gering, andere wiederum können heimischen Arten Konkurrenz machen.

Wir fordern daher ein Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten. Bitte kauft keine Reptilien, Amphibien oder andere Wildtiere im Zoohandel oder auf Tierbörsen. Diese Tiere sind oft Wildfänge oder stammen aus Massenzuchten aus dem Ausland. Wenn ihr euch wirklich gut mit Reptilien auskennt und ein Tier betreuen wollt, setzt euch mit Tierheimen und Auffangstationen in Verbindung und fragt, ob ihr helfen könnt. Auf diese Weise unterstützt ihr diesen skrupellosen Handel nicht und tut etwas Gutes.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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