Haustiere

Pitbulls verdienen rassespezifischen Schutz

Narben bedeckten das ausgezehrte Gesicht der Pitbull-Hündin und wiesen darauf hin, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach dazu gezwungen worden war, gegen andere Hunde zu kämpfen. Als Freiwillige von PETA sie jedoch während einer Strohverteilung fanden, kämpfte sie nur einen Kampf: Den des nackten Überlebens am Ende einer Kette, ganz alleine, im Freien, bei Minustemperaturen. Ihr einziger Unterschlupf war ein Plastikfass. Wir bekamen die Genehmigung, die ausgehungerte Hündin in unsere Obhut zu nehmen und nannten sie Melissa. Kurz darauf stellten wir fest, dass sie Herzwürmer hatte und anderen Hunden gegenüber so aggressiv war, dass sie versuchte, ihr eigenes Spiegelbild anzugreifen.

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Melissa ist bei weitem kein Einzelfall. Pitbulls sind ganz klar die am häufigsten missbrauchen Hunde der Welt. Und genau aus diesem Grund spricht sich PETA für ein Zuchtverbot aus. Wir wollen, dass nicht noch mehr Pitbulls in eine Welt geboren werden, wo so viele von ihnen nur aufgrund ihres Körperbaus ausgebeutet, vernachlässigt oder gequält werden. Dieser Wunsch ist keine rassespezifische „Diskriminierung“, sondern rassespezifischer Schutz.

Pitbulls sind die Hunde, die man am häufigsten unter schlimmsten Bedingungen Tag und Nacht angekettet vorfindet. Man wirft sie in die Kampfarena, damit sie sich gegenseitig zerfleischen. Verlieren sie ihre Kämpfe, werden sie durch Stromstöße getötet, ertränkt oder erhängt. Sie gehören in vielen Tierheimen auch zu den am häufigsten abgegebenen Hunden und zehntausende von ihnen werden jedes Jahr eingeschläfert, weil sich kein neues Zuhause findet. Bei 3 bis 4 Millionen Tieren, die Jahr für Jahr in Tierheimen eingeschläfert werden müssen, gibt es keinerlei Rechtfertigung für die Zucht weiterer Hunde, egal welcher Rasse.

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Es wäre wunderschön, wenn jeder Pitbull ein liebendes Zuhause hätte. Doch auf jeden Pitbull, der als wahres Familienmitglied betrachtet wird, kommen unzählige andere, die am Ende einer Kette zittern, allein sind, vergessen wurden und geschlagen oder ausgehungert werden, um sie „böse“ zu machen.

Als der Nachbar von Tupacs „Besitzern“ endlich meldete, in was für einer schlimmen Verfassung der Pitbull war, hatte dieser bereits 10 kg Untergewicht und seine Rippen und seine Wirbelsäule standen hervor. Tupac konnte kaum seinen Kopf oben halten, da dieser aufgrund einer nässenden Wucherung auf das doppelte seiner normalen Größe angeschwollen war. Die Wunde roch infiziert und war von Wundstellen und Maden bedeckt. Dieser Hund hatte sein gesamtes Leben an einer Kette verbracht. Als er dann krank wurde und nichts mehr aß, machte sich sein grausamer Besitzer – der schlussendlich wegen Tierquälerei angeklagt wurde – nicht die Mühe, Hilfe zu holen. Ein Tierarzt riet dazu, Tupac einzuschläfern und das war zu diesem Zeitpunkt die beste Entscheidung, die man für ihn noch hätte treffen können.

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Am Tag nach Thanksgiving im Jahr 2013 fanden freiwillige Helfer von PETA Angel in einem Hinterhof. Sie war hochschwanger, völlig ausgezehrt, zitterte und war so schwach, dass sie nicht einmal mehr aufstehen konnte. Die Freiwilligen brachten Angel zu einem Tierarzt. Dieser stellte fest, dass sie extrem ausgehungert war und unter Blutarmut und schwerem Parasitenbefall litt. Sie hatte die niedrigste Körpertemperatur, die der Tierarzt jemals gemessen hatte. Angels Besitzer wurde wegen Tierquälerei zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und bekam ein lebenslanges Tierhalteverbot.

Und all jene, die bei der Thematik um rassespezifische Gesetze nun laut „Diskriminierung!“ schreien, frage ich: Wäre es für Hunde wie Melissa, Tupac und Angel wirklich schlimmer gewesen, nie geboren worden zu sein? Ich lade jeden, der sich wirklich etwas aus Pitbulls macht und sie nicht nur „besitzen“ will, dazu ein, sich mit uns zusammen gegen die Überpopulation der Hunde und das damit unweigerlich verbundene Leid einzusetzen.

Beitrag von Ingrid E. Newkirk, 1. Vorsitzende von PETA USA

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Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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