Haustiere

PETA und der Tierschutz im Ausland

In vielen süd- und osteuropäischen Ländern müssen unzählige Hunde und Katzen auf den Straßen leben und leiden. Oft ist es gängige Praxis, heimatlose Tiere umzubringen, um sich ihrer zu entledigen. Vor diesem traurigen Hintergrund entscheiden sich immer mehr Privatpersonen, Tiere aus dem Ausland zu adoptieren; verschiedene Organisationen spezialisieren sich sogar auf dieses Aufgabe. Und jede Adoption bedeutet für die Hunde und Katzen eine Chance auf ein neues, glückliches und sorgenfreies Leben!

Hund_Tuerkei_Muell_200Auch einige Mitarbeiter von PETA haben – als Privatpersonen – bereits Hunden und Katzen aus dem Ausland ein neues Zuhause geschenkt. Doch als Organisation engagieren wir uns nicht in der Auslandsadoption.

Die Begründung liegt zum einen darin, dass wir uns als Tierrechtsorganisation nur wenig im karitativen Tierschutz engagieren. Ohne Frage ist dieser Tierschutz außerordentlich wichtig – und wir danken den vielen Vereinen, die ausgezeichnete Hilfe für Tiere leisten. PETA aber engagiert sich vor allem gegen die systembedingte Tierquälerei: wir wollen tierausbeutende Systeme grundlegend verändern, wir wollen die Wurzel packen! Kein Tier soll durch Menschen ausgebeutet und gequält werden – keine Hunde, keine Katzen, keine Hühner, keine Schweine, keine Kühe, …. NIEMAND .

Die Auslandsadoptionen, der „Import“ von Hunden und Katzen, löst das zugrundeliegende Problem der Überpopulation und das Leid heimatloser Tiere in den Herkunftsländern nicht. Die Adoptionen können immer nur kurzfristige Notlösungen sein – sie haben aber keine langfristige, zukunftsorientierte Perspektive. Darüber hinaus besteht sogar leider die Gefahr, dass betroffene Länder mit der Entlastung von Auslandsadoptionen im großen Stil kalkulieren – und möglicherweise deswegen notwendige politische und gesetzliche Änderungen für den Schutz aller Tiere hinauszögern.

Unerlässlich: flächendeckende Kastrationsprogramme und bessere Tierschutzgesetze

Weder die Vermittlung einzelner Tiere noch ihre massenhafte Tötung haben einen nachhaltigen Einfluss auf die Populationsdichte heimatloser Hunde und Katzen, da immer neue Tiere geboren werden. Und all diese neu geborenen Tiere müssen ebenfalls ein hartes, entbehrungsreiches und oft sehr kurzes Leben ohne menschliche Fürsorge führen. Die einzig zukunftsfähige und tiergerechte Lösung zur nachhaltigen Populationskontrolle – um das Leid dieser Tiere zu verhindern – sind flächendeckende Kastrationsprogramme in den jeweiligen Ländern vor Ort. Dafür machen wir uns stark. Auch unterstützen wir  die politische Arbeit der nationalen Tierschutzorganisationen.

katze-tuerkeiNeben Kastrationsaktionen sind weitere  gesetzliche Maßnahmen zum Schutz von tierischen Mitbewohnern unerlässlich: wie eine Kastrations- und Registrierpflicht für tierische Mitbewohner in Privathaltungen, eine Einschränkung der Zucht und ein Verkaufsverbot von Tieren auf Märkten, in Zoohandlungen und im Internet. Selbstverständlich muss das Aussetzen von Tieren strafbar sein.

Nur so kann langfristig allen Tieren geholfen – und das tägliche Leiden und Sterben unzähliger heimatloser Hunde und Katzen tatsächlich überwunden werden.

Jede Adoption eines Tieres kann für dieses einzelne Tier die Welt verändern – und wir freuen uns für alle, die dem Leiden so entkommen. Wir schätzen den unverzichtbaren Einsatz privater Tierfreunde ebenso wie den von Tierschutzorganisationen. Schließlich wissen wir: Die ganze Welt ändert sich nicht, wenn ein Tier gerettet wird, aber für dieses eine Tier ändert sich die ganze Welt.

Unsere Aufgaben und Ziele, die auch in PETAs Vereinssatzung festgeschrieben sind, schließen alle Tiere ein – ohne dass wir deswegen die einzelnen Individuen aus dem Blick verlieren. Der Ansatz mag sich von dem von Tierschutzorganisationen unterscheiden – wir sind überzeugt, dass sich beide Aufgabenbereiche ergänzen: der Einsatz für Tierrechte und gegen die systembedingte Tierquälerei  ist unverzichtbar.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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