Haustiere

Noël Gallaghers Tochter: Für Adoption statt Züchtung

Die 14-jährige Anaïs Gallagher ist in vielerlei Hinsicht besonders: Sie ist nicht nur die Tochter von Oasis-Sänger Noël Gallagher, sondern engagiert sich bereits in diesem zarten Alter aktiv für Tiere.

In Zusammenarbeit mit PETA USA verfasste sie kürzlich einen Brief an den Finnen Ville Korminian, der Labrador Retriever züchtet. Als Oasis-Fan benennt er Welpen nach Songs seiner Lieblings-Band. Dies war der Anlass für den Gallagher-Sprössling, in einem bewegenden Brief von dem Leid überzüchteter Hunde, wie auch ihrem eigenen Hund „ Oscar“ zu erzählen.

Der Teenager hat bereits erkannt, was vielen noch nicht bewusst ist: Einerseits werden ständig Hunde gezüchtet, denen durch „Reinerbigkeit“ (=gezielte Inzucht) schreckliche Erbkrankheiten oder andere Leiden angezüchtet werden. Andererseits gibt es überall heimatlose Hunde, die nicht das familiäre Zuhause bekommen, das sie eigentlich verdienen.

Anaïs Gallagher schreibt in ihrem Brief zwar über die Zustände in den USA. Doch auch hier in Deutschland ist das Leid der heimatlosen Hunde groß: Schätzungen zufolge sind permanent etwa 90.000 Hunde in Tierheimen untergebracht.

Lest hier, wie Anaïs Gallagher den Züchter von verantwortungsvollem Handeln überzeugen möchte:

Lieber Herr Kormilainen,

es hat mich sehr gefreut, in der NME zu lesen, dass Sie ein großer Fan von Oasis sind. Das bin ich auch – natürlich. Welches ist Ihr Lieblingsalbum? Meines ist “Definitely Maybe”. Ich habe auch gelesen, dass Sie Hunde züchten und Ihren nächsten Labrador Retriever Wurf nach Ihren Lieblingsliedern von Oasis benennen wollen. Ich wünschte, Sie würden das nicht tun.

Ich liebe Hunde und würde für meinen Boston Terrier, Oscar, alles tun. Aber seit ich gesehen habe, unter welchen gesundheitlichen Problemen Oscar seit er ein kleiner Welpe war leidet, nur weil er von einem Züchter stammt, bin ich absolut gegen das Züchten von Hunden.

Oscar litt unter einer Gaumenspalte und war ständig krank. In den ersten Wochen, nachdem wir ihn gekauft hatten, mussten wir ihn fast jeden Tag wegen irgendeines Problems zum Tierarzt bringen. Er wurde immer kränker und verlor viel Gewicht, bis er schließlich so dünn war, dass man seine Knochen sehen konnte. Meine Mutter und ich hatten schreckliche Angst, er würde es nicht schaffen. Als wir Oscar den Experten am Royal Veterinary College vorstellten, sagten sie uns, sein Magen sei nicht richtig mit seinen Organen verbunden und dass er dieses Problem von Geburt an aufgrund der Zucht habe! Der arme Oscar musste sich so vieler Operationen unterziehen, nur um ganz normal essen zu können.

Seitdem habe ich von meinen Freunden bei PETA erfahren, dass auch viele andere Hunderassen gesundheitliche Probleme haben. PETA informiert die Menschen deshalb über diese Krankheiten. Labrador Retriever, zum Beispiel, erkranken häufig an der sogenannten Progressiven Retinaatrophie, welche zu Erblindung führen kann. Bulldoggen leiden unter Atemproblemen, die bei Überhitzung des Hundes schwerwiegende Folgen haben können. Deutsche Schäferhunde neigen zu Hüftdysplasie und werden dadurch stark in ihren Bewegungen eingeschränkt. Sicher stimmen Sie mit mir überein, dass der Gedanke an all diese Probleme furchtbar ist.

Aber das sind noch nicht die einzigen Probleme, die die Hundezucht mit sich bringt. In meinem Land gibt es unzählige heimatlose Hunde – ich kann mir vorstellen, dass es in Ihrem Land nicht anders ist. Millionen süße, lebensfrohe Hunde auf der ganzen Welt müssen in Tierheimen leben und darauf warten, ein neues Zuhause zu bekommen. Jedes Mal, wenn jemand einen Hund von einem Züchter oder aus dem Zoohandel kauft – oder seinen Hund auch nur versehentlich einen Wurf haben lässt – bedeutet das praktisch die Todesstrafe für einen Hund in einem Tierheim. Dieses Tier wird niemals die Chance auf ein Zuhause und eine Familie haben. Es bricht mir das Herz, dass Hunde eingeschläfert werden müssen, nur weil es nicht genügend Plätze für sie gibt, während Züchter immer mehr Welpen „produzieren“. Hunde zu züchten ist falsch, solange wir noch Tiere töten, die kein Zuhause haben.

Im Namen von Oscar und all den anderen wunderbaren Hunden, die nicht für sich selbst sprechen können, bitte ich Sie, keine Hunde mehr zu züchten. Für die Hunde werden Sie zum Rock’n’Roll-Star, indem Sie Ihre Labrador-Retriever kastrieren lassen und sich für die Adoption von Hunden einsetzen.

Viele Grüße
Anaïs Gallagher (Tochter von Noël)

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Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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