Haustiere

Ninja Turtles: Schildkröten essen keine Pizza

Wieder einmal hat Hollywood Helden aus unseren Kindertagen herausgekramt und erfolgreich aufgemöbelt, so dass sie wieder gesellschaftsfähig sind: der Film „Teenage Mutant Ninja Turtles“ läuft bereits seit Mitte Oktober in den Kinos und die vier krassen Kröten begeistern die Massen mit Action, Witz und ihrer Vorliebe für Pizza.

Doch genau wie bei vorherigen Kino-Erfolgen wie „Findet Nemo“ oder „101 Dalmatiner“ könnte mit dem Hollywood-Streifen ein ohnehin sehr bedenklicher Trend angefeuert werden, der unschuldige Opfer fordert. Denn Schildkrötenhaltung ist in. Beinahe überall, vom Gartencenter bis zum hobbyzüchtenden Nachbarn, kann man mittlerweile niedliche Schildkrötenbabies kaufen.

Die schnell angeschafften Winzlinge sind jedoch alles andere als die Anfängertiere, als die sie angepriesen werden. Sie stammen zumeist aus wärmeren und trockeneren Gegenden, so wie etwa die Griechische Landschildkröte. Zwar kostet das bisschen Futter zunächst nicht viel. Doch kaum ein Halter ist sich dessen bewusst, welche hohen Ansprüche die vermeintlich genügsamen Reptilien wirklich haben. Oder welche schrecklich leidvollen Auswirkungen es für die vermeintlich stets „fröhlich“ dreinblickenden Tiere haben kann, wenn diese Ansprüche nicht erfüllt werden: Rachitis aufgrund fehlender, da äußerst teurer Spezialbeleuchtung gehört noch zu den wenigen Krankheiten, die man den Tieren ansieht- wenn auch erst nach Jahren, wenn die Folgen längst nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Fettleber durch Fehlernährung beispielsweise sieht man nicht von außen, kommt jedoch häufig vor und endet nach jahrelangem Leiden tödlich.

Ein weiterer „unsichtbarer“ Aspekt ist die Frage, was die lebenslange Gefängnishaft für ein Tier bedeutet, das natürlicherweise sein gesamtes Leben, also zwischen 50 und 100 Jahre, auf endloser Wanderschaft durch sein mehrere Hektar großes Revier verbringt. Wie könnte ein kleiner Glaskasten diese Freiheit je ersetzen?

Ich hoffe inständig, dass es nach Dalmatinern und Clownfischen nicht auch den Schildkröten so ergeht, wie es den meisten dieser Hollywood-Trendtiere erging: schnell angeschafft, lieblos falsch gepflegt und nach Überforderung oder Interessenverlust einfach abgeschoben zu werden. Kein fühlendes Lebewesen hat solches verdient, ob es nun sein Leid für uns verständlich ausdrücken kann oder nicht. Bitte, liebe Leser, lasst das nicht zu und holt begeisterte Bekannte oder Kinder auf den Boden der Tatsachen zurück! Viel schöner als die Haltung eines gepanzerten Gefangenen ist ohnehin ein Urlaub in einem Heimatland, wie z.B. Griechenland, wo man mit etwas Glück sogar wild lebende Schildkröten in Freiheit sehen kann.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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