Haustiere

Tierische Gefährten: Nicht sicher vor menschlicher Wegwerf-Mentalität

Jedes Jahr erlebt ein äußerst beunruhigender Trend in Deutschland im Juli seinen traurigen Höhepunkt: Der Sommermonat zeigt, dass die Wegwerf-Mentalität der Menschen noch nicht einmal vor dem tierischen Mitbewohner Halt macht.

Allein im Juli müssen Tierheime rund ein Drittel der jährlich etwa 300.000 abgegebenen Tiere aufnehmen. Der Anteil der ausgesetzten Tiere ist in diesem Monat so hoch wie sonst das ganze Jahr über. Jeden Tag sind die Medien voll von Meldungen über kaum ausgewachsene Hunde, deren Einfangaktionen Vollsperrungen von Autobahnen verursachen oder an solchen mit schweren Verletzungen geborgen werden. Kätzchen, die in Mülltonnen, verschnürten Kisten oder schlimmstenfalls ertränkt in Teichen gefunden werden. Hamster, die Bombenalarme auslösen, weil sie in dunklen Koffern in Bahnhofshallen abgestellt werden. Vor einigen Tagen wurde ein Hund aus einem fahrenden Auto geworfen.

Was unterscheidet den Juli von anderen Monaten?

Die verstörende Antwort lautet: der Jahresurlaub steht an. Viele Menschen nehmen während des Jahres Tiere bei sich auf, ohne sich ausreichend zu informieren oder sich Gedanken darüber zu machen, wer das Tier pflegen soll, wenn man in den Urlaub möchte. Das müssen nicht unbedingt nur Spontankäufe in Zoohandlungen sein. Nach der jährlichen Katzenschwemme im Frühling lassen sich viele kleine Kätzchen von Bekannten aufschwatzen oder „retten“ süße, kleine Rotznasen vom Bauernhof vor dem gewaltsamen Tod.

Doch nach einigen Monaten zeigt sich, dass der Vierbeiner jeden Tag versorgt werden muss. Gerade ursprüngliche „Mitleids-Anschaffungen“ erweisen sich oft als sehr Tierarzt-kostenintensiv.

Die Zeit der Wohlstands- und Wegwerfgesellschaft

In einer Zeit, in der man nicht genug Geld hat für gesunde Nahrung, aber jedes Jahr in Urlaub fahren muss; in der man kein Sparbuch besitzt, sondern lieber massenhaft Kleidung kauft und jedes Jahr ein neues Smartphone, die allesamt weggeworfen werden, obwohl sie noch völlig in Ordnung sind; eine Zeit, in der sogar Elternschaft dank KiTa, Ganztagesschule, TV, PC-Spiele und Co. von einigen quasi als „Hobby“ nebenher betrieben wird – in einer solchen Zeit ist es scheinbar ganz legitim, auch den tierischen Mitbewohner irgendwo abzustellen, wenn der Zauber des Kindchen-Schemas vergangen ist und die Versorgung sich als Verantwortung entpuppt hat.

Wir sind die Hoffnung der Tiere

Solche verantwortungslosen Menschen zeigen uns, dass Aufklärung dringend nötig ist. Wir halten Ihnen den gefürchteten Spiegel vor: Wir zeigen ihnen, dass es eine Tatsache dieses Lebens ist, dass unser Handeln Konsequenzen hat. Die Tiere sind nicht einfach weg, nur weil man sich ihrer entledigt hat. Sie werden im Tierschutz an Leib und Seele wieder aufgepäppelt und müssen fortan damit leben, schon einmal abgeschoben worden zu sein.

Es ist an uns, d.h. den Menschen, die mitfühlend und verantwortungsbewusst durch dieses Leben gehen, unseren Mitmenschen die Augen zu öffnen, die sie so gerne verschließen. Wir leben ihnen vor, dass man tierische Gefährten aus dem Tierheim holt und diese Bindung den Rest seines Lebens hält. Wir blicken in die Kiste neben dem Müllcontainer, aus der ein seltsames Wimmern dringt. Wir rufen die Behörden, wenn ein Hund herumstreunt oder niemals aus seinem Zwinger kommt. Und wir reden über solche schwierige Themen, damit wir gemeinsam ein Umdenken in unserer Gesellschaft bewirken können.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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