Haustiere

Keine Wildfänge für deutsche Wohnzimmer: 10 Verbände appellieren an die Regierung

Terraristika in Hamm

Wildfänge: Für ein trostloses Leben in deutschen Wohnzimmern werden unzählige exotische Wildtiere aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen. Im Auftrag von skrupellosen Händlern und gedankenlosen Endabnehmern werden die letzten artenreichen Naturgebiete regelrecht geplündert.

Gemeinsam mit neun Tier- und Naturschutzverbänden wie dem NABU, dem BUND oder Pro Wildlife haben wir daher nun die Bundesregierung in einem Schreiben aufgefordert, den Import von wildgefangenen exotischen Tieren wie Reptilien und Fröschen für deutsche Wohnzimmer endlich zu verbieten. Dieser Punkt steht sogar schon im Koalitionsvertrag, wurde aber bisher nicht umgesetzt. Deutschland ist in der EU der mit Abstand größte Importeur von Wildtieren.

Winzige Box anstatt Amazonas-Regenwald: Hundskopfboa
Winzige Box anstatt Amazonas-Regenwald: Hundskopfboa

Horror-Verlustraten
Auf dem Weg zwischen dem natürlichen Lebensraum bis zum deutschen Wohnzimmer sind Sterberaten von 70 Prozent die Normalität. Doch dort geht das Leiden weiter: Einer Studie von Tierärzten der Reptilienklinik der Uni Leipzig zufolge starben 51  Prozent der untersuchten Tiere aufgrund von Haltungsfehlern und weitere 10 Prozent wegen Ernährungsfehler.

Reptilienbörsen: Umschlagplatz der Tierquälerei
Wir haben die Bundesregierung auch aufgefordert, das unkontrollierte Verramschen sensibler Wildtiere auf Reptilienbörsen zu stoppen. Dort werden die „Exoten“ in kleinen Plastikboxen oder strukturlosen Glaskästen an jeden Interessenten verkauft, ganz gleich ob sich der Käufer  mit den Tieren auskennt oder die nötige Ausstattung hat. Zudem sind Terraristikbörsen auch ein Umschlagplatz für den illegalen Handel: immer wieder werden rund um die Veranstaltungen Verstöße entdeckt.

Wildtiere gehören in die Natur, nicht in Gefangenschaft. Daher kämpfen wir von PETA weiterhin dafür, dass die sensiblen „Exoten“ nicht mehr für den Heimtiermarkt leiden und sterben müssen.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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