Haustiere

Katze in Not: Was jeder tun kann

Zufällig hörte ich, dass in meinem Wohnort ein Ehepaar wegen Demenzerkrankung ins Pflegeheim kam. Ich wusste, dass dieses Ehepaar zeitlebens heimatlose Katzen beherbergte und ihren Garten entsprechend mit kuscheligen Heukörben und trockenen Unterschlupfmöglichkeiten ausstaffierte. Besorgt war ich als ich erfuhr, dass das Ehepaar bereits seit einigen Wochen im Heim war. „Es wird sich schon jemand um die Katzen gekümmert haben“ genügte mir nicht. Zu oft war ich enttäuscht worden von Menschen, denen das Schicksal von Tieren völlig egal war. So auch im vorliegenden Fall.

Die Nachbarn wussten um die beiden hungernden, zurückgelassenen Tiere. Anstatt den Tieren zu helfen, schimpften sie über Katzendreck. „Ja, da kam die 20130901_191126dürre weiße Katze zu mir auf die Terrasse, die sah völlig verdreckt aus, ich hab sie verjagt“, so eine Nachbarin. So ging es reihum weiter. Von den Nachbarn war also keine Unterstützung zu erwarten. Im Gegenteil: Im Laufe meines Engagements für die unversorgten Tiere erlebte ich eine regelrechte Hetzjagd gegen den Tierschutz, ich musste die Polizei einschalten. Das von mir täglich aufgestellte Futter samt Schüsseln und Katzenfalle (die Falle lieh ich mir von der Katzenhilfe Stuttgart) landete oft genug im Müll. Das alles erschwerte das Einfangen der Tiere. Beschimpfungen und Beleidigungen prallten an mir ab, denn ich hatte nur ein Ziel vor Augen: die beiden verbliebenen Katzen von diesem Ort wegzuholen. Viele Abende verbrachte ich in dem mittlerweile interessant verwildertem Garten und hatte Erfolg: Beide Katzen gingen in die Falle. Sie waren rappeldürr, zu viele hungrige Wochen waren schon vergangen. „Schneewittchen“, wie wir die circa 15-jährige, taube „Weiße“ tauften, musste zudem unter Narkose geschoren werden. Ihr Fell war verfilzt, da diesem alten Tier niemand mehr bei der Fellpflege behilflich war. Beide Katzen konnten über die Katzenhilfe eine tolle, vorübergehende Pflegestelle finden und beide Tiere wurden vermittelt: Schneewittchen erst letztes Wochenende: Ich ließ es mir nicht nehmen, mir den Platz selbst anzuschauen: Ein Traumplatz bei Traummenschen, die sie nie wieder enttäuschen werden!

Bitte denkt nie: „Da wird schon jemand helfen“.

Helft, wenn Ihr von einem Tier in Not hört. Überwindet Widerstände, denn nur eines ist wichtig: Dieses unschuldig in Not geratene Tier. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, ein Tier vorübergehend aufzunehmen, dann fragt in ihrem örtlichen Tierheim oder bei der Katzenschutzgruppe in Eurem Ort nach. Erfahrungsgemäß sind diese immer froh, helfende Hände zu haben.

Über den Autor

Andrea

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