Haustiere

Kastrationspflicht: wie sinnvoll?

Trotz des erneuten Wintereinbruchs wird der Frühling glücklicherweise nicht mehr lange auf sich warten lassen. Leider wird es sicherlich wieder eine Katzenschwemme geben: ungewollter Nachwuchs wird eine wenig tierfreundliche Welt erblicken. Das trifft die Welpen heimatloser Tiere ebenso wie Katzenkinder aus Privathaushalten – bekannt ist das Problem zum Beispiel verstärkt auf Bauernhöfen. Viele dieser Katzenbabys landen im Tierheim – oder sie werden ertränkt oder erschlagen.

© PETA Deutschland e.V.
Ein krankes Kätzchen auf einem Bauernhof in Nordrhein-Westfalen
© PETA Deutschland e.V.

Um der unkontrollierten Vermehrung und dem damit verbundenen Tierleid entgegen zu wirken, erlassen immer mehr Kommunen eine tierfreundiche Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen: Inzwischen gibt es diese Regelung in über 170 Städten und Gemeinden in 8 Bundesländern. Und das ist gut so: denn die Kastrationspflicht ist die einzig zukunftsfähige Lösung, die Überpopulation von Katzen langfristig zu senken. Die Tierheime sind voll – und zudem müssen schätzungsweise zwei Millionen heimalose Katzen ein entbehrungsreiches Leben auf Straßen, Hinterhöfen und Parks führen – für das die domestizierten Tiere nicht gerüstet sind.

Ein Kritikpunkt, den Gegner der Kastrationspflicht gerne vorbringen, ist die fehlende Kontrolle: Was bringt diese Regelung, wenn sie nicht überprüft wird?

Doch grundsätzlich darf die Wirkung von rechtsverbindlichen Vorschriften nicht unterschätzt werden – diese sind selbstverständlich wichtiger Bestandteil unserer gesellschaftlichen Ordnung. Zudem hat die Kastrationspflicht eine aufklärende Wirkung: Tierärzte, Tierheime und Tierschützer können Menschen über ihre Verantwortung als Tierhalter und die rechtliche Situation aufklären.

Darüber hinaus gibt die Kastrationspflicht den Kommunen die Möglichkeit, zu handeln. Das zeigt vorbildhaft ein aktueller Fall aus Osnabrück: Nachdem sich ein Mann weigerte, seine Samtpfoten kastrieren zu lassen, und mehrere Mahnungen ignorierte, wurde der lokale Tierschutz auf Anweisung der Behörden aktiv. Die Tierfreunde fingen die 15 Katzen ein, brachten sie zum Tierarzt, der den Routineeingriff vornahm und die Tiere noch einen Tag betreute. Anschließend wurden die Katzen wieder auf ihren Heimathof zurückgebracht. Der Halter muss nun die Kosten für diesen Einsatz und die tierärztliche Versorgung tragen – diese Rechnung beläuft sich auf etwa 2000 Euro.

Wir sind überzeugt, dass derartiges Vorgehen durch Behörden nachhaltige Wirkung bei anderen zunächst uneinsichtigen Tierhaltern zeigen kann – und dass die Kastrations- und Kennzeichungspflicht richtig wichtig ist: für die Tiere.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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