Haustiere Studien

Indonesien: Zu hohe Exportquoten heizen illegalen Wildtierhandel an!

Baumpython
(c) ClipDealer

Die Organisation TRAFFIC hat eine neue Studie über den indonesischen Wildtierhandel in der Zeitschrift Conservation Biology veröffentlicht.

Der indonesische Wildtierhandel

Das Geschäft mit der „Ware“ Tier: Indonesien gilt als Epizentrum des illegalen Handels mit Reptilien und Amphibien. Um in- und ausländische Märkte zu „versorgen“, legt der Inselstaat pro Spezies eine Quote fest. Die Quote gilt für die Anzahl an wildgefangenen als auch die in Gefangenschaft gezüchteten Tiere. Diese Tiere dürfen legal verkauft werden.

Doch im Falle von 61 Tierarten sind die Quoten für gezüchtete Tiere „unrealistisch hoch“. Das führt dazu, dass Händler wildgefangene Tiere fälschlicherweise als „Zuchttiere“ ausgeben. Zu dieser Erkenntnis kamen die Forscher, als sie die biologischen Grundlagen der indonesischen Quoten mit hunderten Büchern, Fachzeitschriften und Magazinen verglichen.

Warum ist das so?

Bei einigen Arten liegen die Quoten weit über dem, was Zuchtbetriebe realistischerweise „produzieren“ können. Dadurch kann man annehmen, dass die Quoten möglicherweise missbraucht werden, um wildgefangene Tiere legal handeln zu können.

Ein trauriges Beispiel: Der Riesenlaubfrosch

Leider ist der Riesenlaubfrosch (Litoria infrafrenata) ein beliebtes „Haustier“. Er darf  in einer 67 mal höheren Anzahl aus der Natur entnommen werden, als er sich erholen kann! Unglaublich!

Es geht noch schlimmer!

Einigen Unternehmen werden Quoten für in Gefangenschaft gezüchtete Tierarten zugewiesen, von denen sie gar keine „Zuchtbestände“ haben! Dies gilt zum Beispiel für den Borneo-Taubwaran (Lanthanotus borneensis) und die Amboina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis).

„Dass es eine Zuchtquote ohne zuvor existente Zuchtbestände gibt, deutet stark darauf hin, dass angeblich aus Zuchten stammende Borneo-Taubwarane möglicherweise in Wahrheit wildgefangen wurden“, so der Bericht.

Baumpython auf einem Ast
Studie 2012: 80% der gezüchteten Tiere des Grünen Baumpythons sind in Wahrheit Wildfänge! (c) ClipDealer

Zahlen und Fakten

Allein im Jahr 2016 durften in Indonesien 13 registrierte Betriebe über 4,2 Millionen Tiere in Gefangenschaft züchten. Eine unfassbare hohe Anzahl. Da solche Zahlen offenbar nicht realistisch erreicht werden können, greifen die Händler auf Wildfänge zurück.

Das „Reinwaschen“ von Wildtierhandel in Indonesien wurde für einige Arten bereits belegt. So sind einer Studie von 2012 zufolge fast 80 Prozent der zwischen 2009 und 2011 aus den Zuchtstätten exportierten grünen Baumpythons (Morelia viridis) in Wahrheit Wildfänge gewesen.

Fazit

Die aktuellen Quoten stellen eine ernsthafte Bedrohung für den Schutz indonesischer Wildtiere dar. Grund dafür ist die Schaffung eines falschen Nachhaltigkeitsgefühls. In Wahrheit werden Wildfänge zu Zuchttieren „umdeklariert“, um legal verkauft zu werden.

Bitte nicht vergessen: Wildtiere leiden in Gefangenschaft immer. Als nicht domestizierte Tiere gewöhnen sich nicht an Menschen und die Gefangenschaft als solche. Hier kannst du sehen, wie sehr Reptilien und Amphibien auch für den deutschen Heimtierhandel leiden.

Was Du tun kannst

  • Kaufe niemals ein Tier! Adoptiere ein heimatloses Tier aus dem Tierheim, um den Handel mit Tieren nicht zu unterstützen.
  • Exotische Tiere gehören nicht ins Wohnzimmer. Bitte fordere gemeinsam mit uns die Bundesregierung auf, die Privathaltung exotischer Tiere zu verbieten: Unterschreibe jetzt unsere PETITION!
  • Besuche niemals eine Exoten- oder Reptilienbörse!
  • Solltest du über die notwendige Sachkenntnis und die Möglichkeiten verfügen, ein Wildtier (z.B. Reptil oder Amphibium) bei dir aufnehmen zu können, adoptiere es ebenfalls aus dem Tierheim!
  • Informiere dich über die Haltung von Reptilien und ihre potentiellen Gefahren!

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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