Haustiere

Gefährliche Exoten: Drei Tierzüchter aus Sachsen-Anhalt an Virus gestorben

Die Haltung von exotischen Tieren in deutschen Wohnzimmern ist nicht nur für die Tiere mit Leid verbunden, sondern wird auch immer häufiger für Menschen gefährlich. Erst nach langwierigen Tests wurde jetzt festgestellt, dass sich drei Bunthörnchen-Züchter in Sachsen-Anhalt über ihre Tiere mit dem Bornavirus infiziert haben und in der Folge an einer Hirnhautentzündung gestorben sind.

Bunthörnchen sind in den Wäldern Mittelamerikas zu Hause. Keiner der Tierzüchter hätte vermutet, dass diese harmlos erscheinende Tierart der Träger eines gefährlichen Virus ist.

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Salmonelleninfektionen durch Reptilien

Die wenigsten Menschen sind sich über das Risiko im Klaren, das von exotischen tierischen Mitbewohnern ausgeht: Bis zu 90 Prozent der in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien (je nach Art) tragen die Salmonellose-Erreger in sich, die sogar Hirnhautentzündungen auslösen können.

Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge, rührt mittlerweile jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von Reptilien her.

Die Übertragung muss dabei nicht einmal auf den direkten Kontakt mit den Tieren zurückzuführen sein. So können die Erreger beispielsweise von den Händen oder der Kleidung der Eltern durch Berührungen auf im Haushalt oder außerhalb lebende Kinder übertragen werden – oder auch über einen Teppich, auf dem das Kind spielt und vorher die Schlange lag. Besonders gefährdet sind laut Experten Kinder bis zu acht Jahren, Schwangere, alte Menschen und Immunsupprimierte.

Keine Exoten in der Privathaltung

Wildtiere haben im Wohnzimmer nichts zu suchen, denn ihre Haltung in Gefangenschaft ist alles andere als artgerecht. Kaum ein Tier erreicht sein natürliches Alter, denn die meisten leiden und sterben schon früh unter den katastrophalen Bedingungen beim Fang oder in den Zuchtanlagen, beim Transport, im Handel oder spätestens im Wohnzimmer. Sterberaten von 70 % oder höher gelten in der Branche als normal.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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