Haustiere

Depressionen beim Fisch: Daran erkennst du, dass es Deinem schuppigen Freund nicht gut geht

Fisch Depressionen
© Mirko Rosenau

Können Fische deprimiert sein? Ja, das können sie

Dr. Julian Pittmann, Professor für Biologie und Umweltwissenschaften an der Troy University in Alabama entwickelt Antidepressiva für Menschen und untersucht ihre Wirkung an Zebrafischen.  Er arbeitet gerne mit (den armen) Fischen, weil Depressionen bei Fischen besonders gut erkennbar sind und ihre Neurochemie der unseren „verblüffend ähnlich“ ist.

Woran erkennt man Depressionen beim Fisch?

Anhand des “novel tank test (Neues Becken-Test)” erkennt Pittmann, wie es einem Fisch geht. Wenn der Biologe einen Zebrafisch in ein neues Becken setzt und er nach fünf Minuten in der unteren Hälfte herumschwimmt, ist er deprimiert. Wenn er oben schwimmt und sein neues Becken erkundet, geht es ihm gut. Den Schweregrad der Depression erkennt man an der Zeit, die der Fisch oben bzw. unten verbringt.

Was die Wissenschaftler in den letzten zehn Jahren auch davon überzeugt hat, dass Fische depressiv werden können, ist zu sehen, wie sie an allem ihr Interesse verlieren: am Essen, Spielen, Entdecken – ebenso wie klinisch depressive Menschen.

Menschliche Anti-Depressiva wirken auch bei Fischen

Pittmann stellte fest, dass wenn man einem depressiven, im unteren Beckenteil schwimmenden Fisch, Anti-Depressiva gibt, er innerhalb der folgenden zwei Wochen wieder oben schwimmt – seine Stimmung hellt sich auf.

Wir brauchen keine Studien – nur etwas Vertrauen in unseren Beobachtungssinn

Die Autorin Heather Murphy beschreibt in ihrem Artikel über Fisch-Depressionen in der New York Times, wie sie in einem Hotelzimmer den siamesischen Kampffisch namens Bruce Lee kennen lernte, der fast bewegungslos auf dem Boden neben künstlichen Felsen in seinem kleinen und kahlen Becken saß. Die Autorin fand Bruce Lee würde entsetzlich traurig aussehen und wäre am liebsten tot.

Doch da uns fast allen von Kindheit an eingetrichtert wird, dass Tiere keine Gefühle haben wie Menschen, und Fische schon gar nicht, schüttelt man sein Mitgefühl und seine Gedanken über traurige Fische gerne als Einbildung ab. Doch jetzt bestätigen Wissenschaftler diese Eindrücke.  Laut Culum Brown leben depressive Fische wie auch depressive Menschen zurückgezogen und verlieren das Interesse an Ihrer Umwelt.

3 Hinweise, an denen Du erkennst, dass es Deinem Fisch nicht gut geht

  • Er bewegt sich kaum und hält sich überwiegend in einer Ecke oder nahe am Boden auf.
  • Er isst wenig
  • Er zeigt kaum Interesse an seinem Umfeld, er zieht sich zurück, bewegt sich wenig, isst kaum, spielt nicht, sucht keinen Kontakt zu anderen Fischen, reagiert kaum auf Bewegung von außen.

Was kannst Du tun, damit es Deinem Fisch wieder gut geht?

Der Auslöser für Depressionen bei Fischen liegt oft an der fehlenden Unterhaltung, sagt Victoria Braithwaite, Professorin für Fisch-Biologie an der Penn State University. „Fische sind neugierig und untersuchen gerne neue Gegenstände.“ Was also helfen kann bei gelangweilten, deprimierten Fischen ist,

  • wenn regelmäßig neue und viele verschiedenen Objekte ins Aquarium gelegt werden,
  • wenn das Becken möglichst groß und angereichert ist mit zahlreichen Pflanzen, Hindernissen, Versteck- und Spielmöglichkeiten.
  • eine gute Wasserqualität und ausreichende Sauerstoffzufuhr.

Fische gehören nicht in Aquarien

Wir von PETA vertreten den Standpunkt, dass Tiere nicht eingesperrt und folglich auch Fische nicht in Aquarien gehalten werden sollen. Aber wie Hunde und Katzen in Tierheimen, werden auch Fische abgegeben, von Tierhaltern, die ihr Aquarium nicht mehr möchten und die man leider nicht immer wieder auswildern kann. Wenn du gerne Fische als tierische Gefährten zuhause halten möchtest, dann kauf sie bitte auf gar keinen Fall vom Zoohandel. Sondern such dir Fische, die ein neues Zuhause brauchen.

Vielen Dank!

 

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen