Haustiere

Exoten: Gefangenschaft erwünscht – Freiheit verboten

In den Parks und Gärten vor allem des Rhein-Main-Gebiets, aber auch einiger anderer Gegenden der Bundesrepublik, gehören sie mittlerweile zum Stadtbild: Halsbandsittiche. Die Papageien gelten als Neozoen, da sich hier stabile Populationen der exotischen Tiere entwickelt haben: Sie werden wohl bleiben. Tatsächlich haben es die Papageien schon in einen Vogelführer heimischer Arten geschafft.

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Weil die Halsbandsittiche aber nicht von hier stammen, wird aber auch immer wieder diskutiert, wie gegen diese Eindringlinge vorgegangen werden kann. Leider wird auch die Ausrottung ins Spiel gebracht.

Aber: Diese Vögel sind keine „Eindringlinge“, sie haben sich nicht freiwillig zur „Einwanderung“ entschieden. Unsere Halsbandsittiche stammen von Tieren ab, die zu einem Leben in Gefangenschaft gezwungen wurden – die freilebenden Populationen sind Ergebnis menschlicher Verantwortungslosigkeit.

Weil wir über Tiere sogar zu unserer Belustigung verfügen wollen, werden unter anderem exotische Wildtiere nach Deutschland gebracht – wo sie ein Leben hinter Gittern oder Glas führen müssen: in Zoos oder auch in der Privathaltung. Exotische Vögel werden wie Reptilien oder Amphibien und viele andere Tiere auf Märkten und im Zoohandel feilgeboten: von profitorientierten Händlern und Züchtern werden sie an oft unwissende Halter verkauft und müssen ein einsames Leben in Gefangenschaft führen, das ihren Bedürfnissen nicht gerecht wird. Schätzungsweise 3,7 Millionen Vögel und 0,8 Millionen Tiere in Terrarien leben in deutschen Wohnzimmern.

Neben dem Leid, das wir Menschen den Tieren damit antun – durch die Gefangenschaft, die Zucht und die hohen Sterberaten durch das Fangen und den Transport – gefährden wir auch die Tierbestände in den Herkunftsländern.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) schätzte im Jahr 2012, dass inzwischen 8.500 der Papageien – die ursprünglich aus Afrika und Asien stammen – bei uns in Freiheit leben. Diese Halsbandsittiche, ursprünglich Opfer menschlicher Respektlosigkeit, werden aber nun von manchen zu „Tätern“ stilisiert. Welche traurige Ironie!

Bitte unterstützt niemals Handel und Zucht: Kauft keine Tiere – nicht auf Tiermärkten, nicht im Internet, nicht im Zoohandel, nicht beim Züchter. Besucht auch keine Zoos, Safariparks, Tierparks und Wildparks. Und bitte nehmt an unserer Forderung nach einem Heimtierschutzgesetz teil.

Übrigens: Selbst das BfN zum Schluss, dass derzeit viel zu wenig über Halsbandsittich bekannt ist, als dass „Maßnahmen“ gegen sie unternommen würden. Ohnehin schätzt die Behörde, dass im Falle des Falles nur Vergrämung in Frage käme.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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