Haustiere

Ein Blick hinter die Kulissen: Die Zoohandlung

Die folgenden Missstände wurden uns von einer ehemaligen Mitarbeiterin einer mittelgroßen Zoohandlung in Rheinland-Pfalz geschildert. Leider konnten keine rechtlichen Schritte eingeleitet werden, da die Beobachtungen bereits einige Jahre zurücklagen. Viele der geschilderten Missstände sind bei der derzeitigen deutschen Rechtslage nicht angreifbar. Die Beschreibung der Informantin gibt jedoch wider, was PETA Deutschland immer wieder von Mitarbeitern solcher Betriebe geschildert wird und kann als standardmäßig betrachtet werden. Bitte kaufen Sie niemals ein Tier im Zooladen oder beim Züchter, sondern besuchen Sie ein Tierheim!

schildkroeten-USGE„Die zum Verkauf stehenden Tiere waren in Regalsystemen untergebracht.  Hamster waren nicht nach Geschlechtern getrennt, sondern zusammen in sogenannten kleinen Makrolonboxen untergebracht. Auf meine Frage, warum keine größeren Käfige benutzt wurden, kam immer die gleiche Antwort: Es handelt sich um den Mindest-Standard. Wir waren stets angewiesen, nie mehr als einen Finger dick Einstreu in die Boxen zu geben. Mehr hat der Chef nicht gerne gesehen. Neben dem Chef arbeitete noch eine Festangestellte in dem Laden – weitere, wechselnde und oft unkundige Mitarbeiter waren keine Seltenheit.

Die Roborowski-Zwerghamster waren nicht in diesen Boxen, sondern in gläsernen Schubladen untergebracht. Nebenan waren die Ratten in ähnlichen Schubladen. Diese waren durch ein Gitter in der Mitte unterteilt, um Männchen und Weibchen zu trennen. Allerdings passierte es beim Saubermachen oft, dass ein Männchen zu den Weibchen gelangte.

Wenn die Boxen und Schubladen saubergemacht wurden, wurden die Tiere in Eimer gepackt. Nicht selten fand man dann Neugeborene. Natürlich handelte es sich um Inzuchttiere, da Männchen und Weibchen – auch die nachfolgenden Generationen – zusammen untergebracht waren. Wenn zu wenig Futter für die Schlangen vorhanden war, wurden die neugeborenen Nager dafür verwendet. So ergeht es auch alten und schwachen Tieren, die sich nicht mehr verkaufen lassen. Einmal habe ich beobachtet, wie zwei Hamster aufeinander losgingen. Sie hatten blutige Verletzungen, doch anstatt sie zu behandeln, wurden sie direkt in das Schlangengehege gesetzt.

Über den Schubladen der Nager befanden sich die Vögel. Die Tiere waren völlig verhaltensgestört und begannen sich zu rupfen. Platz zum Fliegen war nicht vorhanden. Ich erinnere mich daran, dass ich einen Wellensittich bemerkte, bei dem sich die Krallen schon kringelten. Ich machte den Chef darauf aufmerksam. Er versprach mir, die Krallen zu kürzen. Nach meinen vier Wochen Praktikum war die Kralle immer noch nicht gekürzt.

Es wurden auch Fische in dem Laden verkauft, unter anderem Kois. Einer der Fische sprang aus dem Becken und starb auf dem Fußboden; bemerkt wurde das erst, als sich ein Kunde über den üblen Geruch beschwerte. Regelmäßig fischten wir auch tote Fische aus den Becken heraus.

Im hinteren Bereich der Geschäftsräume war die Zuchtstation. Hamster und Mäuse waren in kleinen Boxen untergebracht. Man sagte mir, hier werde gezüchtet, um Inzucht zu vermeiden – was unlogisch war, da die zum Verkauf stehenden Tiere sich ebenfalls fortpflanzten. Auch hier hatten die Tiere wenig Einstreu, das Futter, auch im Verkaufsbereich, war universal, Mäuse, Ratten und Hamster bekamen die gleiche Nahrung, obwohl die Tierarten ganz unterschiedliche Bedürfnisse für eine gesunde Ernährung haben.

Auf zwei Regalen war eine Zuchtstation für Mäuse angefertigt worden. Diese musste jeden zweiten Tag zoohandel-00558 (1)auf Nachwuchs kontrolliert werden. Die Pinkies (Mäusebabys, die erst einige Tage alt sind und noch kein Fell haben)wurden an Schlangenbesitzer verkauft und man verwendete sie auch selbst zur Fütterung der zum Verkauf stehenden Schlangen.

Es kam bei allen Tierarten immer wieder vor, dass sie tot gebissen oder angeknabbert wurden. Verhaltensgestörte Tiere, die im Kreis liefen, oder verletzte Tiere wurden von der Mitarbeiterin nach eigenen Aussagen „fachgerecht ermordet“.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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